Werkstättengrundstück: Wohnen steht im Mittelpunkt

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Rund 80 Besucher nutzten die Versammlung, um sich über den Stand beim Verkauf des Grundstückes der Märkischen Werkstätten zu informieren.

Rönsahl - Schicke Einfamilienhäuser, seniorengerechte Wohnungen oder eine stationäre Pflegeeinrichtung mit angeschlossener Sozialstation – vieles ist denkbar auf dem Gelände der Märkischen Werkstätten in Rönsahl, aber nichts ist sicher.

Denn das Grundstück samt Gebäuden gehört dem Johanneswerk. Trotzdem fand eine Bürgerversammlung statt, in der die Stadtverwaltung ihre Pläne vorstellte. Diese sehen eigentlich nur vor, dass das Gelände unter dem Oberbegriff „Wohnen“ genutzt werden soll.

Gleich zu Anfang der Versammlung am Mittwochabend in der Historischen Brennerei stellte Bürgermeister Frank Emde klar, dass sich die Stadtverwaltung zwar Gedanken über die Nutzung des Geländes zwischen K2 und Vor dem Isern mache, doch das Grundstück nach wie vor dem Johanneswerk gehöre. Und dort liege auch letztlich die Entscheidung, was mit dem Grundstück geschehe.

Etwas mehr als ein Jahr ist es nun her, dass die Märkischen Werkstätten ihren Standort in Rönsahl aufgaben und das neue Gebäude im Gewerbegebiet Kiersperhagen bezogen. Seitdem versucht das Johanneswerk als Eigentümer das Rönsahler Grundstück zu vermarkten. Bislang ist das nicht gelungen. Allerdings teilte der für Immobilien zuständige Mitarbeiter des Werkes Dieter Türling auf Anfrage der MZ am Donnerstag mit, dass man mit Interessenten im Gespräch sei. „Solch ein Verkauf ist bei uns im Haus ein sehr komplexer Vorgang, in den viele Gremien involviert sind, deshalb kann ich nichts Weiteres dazu sagen“, erklärte Türling.

Elf Einfamilienhäuser sind eine Option

Doch auch in Rönsahl machte man sich im Rahmen der Versammlung Gedanken über den Verkauf. So stellte Stadtplaner Rainer Schürmann eine Bebauung des Geländes mit elf Einfamilienhäusern vor, deren Grundstücke von den beiden vorhandenen Straßen erschlossen werden könnten. „Das ist aber nur eine Option, genauso wäre es möglich, die vorhandenen Gebäude zu nutzen“, so Schürmann.

Darauf zielten auch Vorschläge von Teilnehmern ab. So wünschten sich etliche, dort eine Möglichkeit für betreutes Wohnen einzurichten. Ein ganz anderer Vorschlag kam von dem Arzt Christoph Luyken, der an dieser Stelle gerne eine stationäre Pflegeeinrichtung sehen möchte – mit angeschlossener Sozialstation, einer Arztpraxis und der Notfallpraxis für Kierspe, Marienheide und Wipperfürth. „Viele Menschen werden aus dem Krankenhaus entlassen, sind aber noch nicht gesund genug, sich selbst zu versorgen, auch nicht mit einem ambulanten Pflegedienst. Für diese Patienten gibt es wenige Einrichtungen, da sehe ich Bedarf“, erklärte der Mediziner. Er schränkte aber auch ein, dass ein solches Projekt nicht so einfach umzusetzen sei, da Kreisgrenzen und verschiedene Kassenärztliche Vereinigungen dem im Wege stehen könnten.

Viele Bedenken bezüglich der Parkplatzsituation

Unabhängig von der Nutzung des Geländes äußerten viele Besucher Bedenken, dass sich durch eine neue Bebauung die Parkplatzsituation für Gäste kirchlicher Veranstaltungen oder Sportler, die in der Turnhalle am Ende der Straße Vor dem Isern trainieren, verschlechtern könnte. Auch die verkehrliche Situation in dieser Straße, die teilweise nicht einmal über einen Bürgersteig verfügt, machte einigen Rönsahlern Sorge.

Der frühere Ortsbürgermeister Horst Becker wies darauf hin, dass bei einer möglichen Wohnbebauung eine Querverbindung zwischen der K2 und der Straße Vor dem Isern gebaut werden müsse, um den Verkehr zu steuern. „Das kann dann aber zu Belastungen der Bewohner durch Anliegergebühren führen“, gab Emde zu bedenken.

Es wurden auch Wünsche geäußert, dass die Stadt als Erwerber des Grundstückes auftreten solle, um so einem Projektentwickler aus der Region die Umsetzung eventueller Pläne zu ermöglichen. „Das möchte ich nahezu ausschließen“, erteilte Emde diesen Überlegungen eine Absage. Er sagte aber zu, dass die politischen Gremien noch nicht im November über eine Bausatzung für das Gelände abstimmen werden, sondern erst im ersten Quartal des kommenden Jahres, um eventuellen Investoren noch Zeit zu geben, ihre Pläne vorzustellen.

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