Schanhollenschule feiert 20. „Geburtstag“

Hier geht es tief ins Erdreich hinein: Schüler der Schanhollenschule besichtigen im Rahmen einer Projektwoche das Kiersper Hülloch. Einen letzten Gruß an die Oberfläche schickt Christa Feltes, Mitbesitzerin der Höhle. - Fotos: Martin Meyer

Kierspe -  Viele kleine Helfer sind zurzeit in Kierspe unterwegs. Die Schanhollenschule feiert ihren 20. „Geburtstag“ mit einer Projektwoche, in der der Hilfsgedanke im Vordergrund steht. „In dieser Woche dreht sich alles um die Schanhollen-Saga. Die Schüler sollen erfahren, wie es ist, wenn man anderen einen Freude macht, ohne etwas dafür zu bekommen“, sagt Schulleiter Thomas Block.

von Martin Meyer

Mit diesem Gedanken im Kopf ging es ans Werk. „Jedes Kind konnte sich sein Wunschprojekt aussuchen. Wir haben Gruppen, die für ein Seniorenzentrum backen, basteln oder für frische Farbe an den Wänden in unserem Schulgebäude sorgen“, so der Leiter der Schule. Die Schüler besuchten, wie es den sagenumwobenen Zwergen- und Elfengestalten nachgesagt wird, unter anderem auch Bauernhöfe und unterstützen dort die Landwirte bei ihrer Arbeit. Am Montag wanderte eine Gruppe – darunter Kinder aus allen Klassen – unter der Leitung von Gudrun Barth zum Hof Klose. Dort wurden der Kälberstall ausgemistet und der Trecker gewaschen. „Die Kinder waren mit viel Spaß dabei“, sagt die Lehrerin.

Am Dienstag stand für die Gruppe dann ein Besuch auf dem Hof Wennekamp an. Auch dort packten die kleinen Helfer beim Melken und Tiere füttern ordentlich mit an. „Die Schüler können hier sehen, wie gemolken wird und wo die Milch überhaupt herkommt. Das wissen leider viel zu wenige Kinder“, sagt Milchbauer Heinz Wennekamp. In den Pausen, in denen es natürlich Butterbrote gab, wurde Hofhund Bruno von vielen Händen gekrault.

Zu einer Projektwoche, in der sich alles um die Schanhollen dreht, gehört auch eine Exkursion in das Kiersper Hülloch. Der Sage nach lebten die hilfsbereiten Wesen in dem Höhlengebilde unter dem Waldrand Arney. „Wir freuen uns, dass es Schulen gibt, die dieses Thema aufgreifen. Das Hülloch ist für Kierspe eine besondere Kulturstätte“, meint Arnd Clever von der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen. Die Bank unterstützt seit vielen Jahren die Grabungsarbeiten in Hülloch und die Gestaltung der Naturarena vor dem Höhleneingang.

Am Ende ihres rund 50 Meter langen Weges in die Höhle befanden sich die Kinder auf sieben Meter Tiefe, wo sie auf zahlreiche seltene Tiere, wie kleine Schleimwürmer und Krebse, trafen. Begleitet wurden sie dabei von Forschungsleiter Wolfgang Hänisch. „Wir möchten den Kindern zeigen, dass es auch in Kierspe ein spannendes Kulturgut gibt“, meint der Höhlenforscher. Das Hülloch ist eine der wenigen aktiven Höhlen, in der bei starkem Regen das Wasser bis zur Decke steigt. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dass die Arbeiten weiter vorangetrieben werden und noch mehr Menschen die Höhle kennenlernen können“, sagt Höhlenbesitzer Peter Feltes.

Anders als die Schanhollen sind die Schüler aber nicht auf Nimmerwiedersehen in der Höhle verschwunden. Schließlich wird am Freitag der Schulgeburtstag groß gefeiert. Eingeladen sind Eltern, Verwandte und Lehrer sowie Freunde und Förderer der Schule. Ab 15 Uhr stellen die Kinder ihre gebastelten Werke aus, ein Theaterstück wird aufgeführt und ein Akrobat tritt auf. „Eine kleine Schule, aber mit großen Aktionen“, fasst der Schulleiter die Projektwoche zusammen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare