Gedenktag des Schutzpatrons St. Servatius

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Die Servatiuskirche in Rönsahl trägt den Namen des frühchristlichen Bischofs, und auch die Evangelische Kirchengemeinde führt die Insignien des St. Servatius im offiziellen Siegel.

Rönsahl - St. Servatius wird seit alter Zeit als Schutzpatron verehrt. Auch in Rönsahl erinnert noch heute manches an den Bischof aus frühchristlicher Zeit. „Die Eisheiligen sind arge Schurken – verderben Bohnen dir und Gurken...“. So warnt eine alte Bauernregel Gartenfreunde davor, frostempfindliche Pflanzen vor Mitte Mai ins Freiland zu bringen. Erst wenn die kalendarischen „Eisheiligen“, nämlich Mamertus (11.), Pankratius (12.), Servatius (13.), Bonifatius (14.) und die „Kalte Sophie“ (15. Mai) vorbei sind, kehrt überall im Land endlich der Frühling mit wärmeren Temperaturen ein.

Erst dann ist die Frostgefahr entsprechend langjähriger Erfahrungswerte weitgehend gebannt. Die Eisheiligen sind zwar – von der Wetterseite her betrachtet – im Allgemeinen als „raue Gesellen“ bekannt, verdanken ihren Namenstag im Kalender allerdings dem Gedanken daran, dass sie allesamt im vierten oder fünften Jahrhundert das Bischofsamt versahen und zumeist als Märtyrer zu Tode kamen.

Am morgigen Samstag, 13. Mai, ist der Gedenktag des St. Servatius. Der in Maastricht – vermutlich am 13. Mai 384 – verstorbene Kirchenmann hat der Legende nach im Rahmen einer Pilgerreise nach Rom von Petrus die Schlüssel des Himmels erhalten und sich in der Folgezeit mancherlei Verdienste erworben. So ist überliefert, dass Servatius den Einfall der Hunnen ins westliche Europa um das Jahr 450 vorausgesehen und die Bevölkerung weit und breit rechtzeitig gewarnt haben soll.

In sein Gedenken mischt sich die Erinnerung an den um 300 im Orient geborenen gleichnamigen Servatius oder Sarbatius, der sich ebenfalls als streitbarer Kirchenmann verdient gemacht hat. Die im sechsten Jahrhundert von Maastricht ausgehende Servatius-Verehrung verknüpft beide Biografien zu einem Lebenslauf. In der Folgezeit wird Servatius als Eisheiliger gegen Frost und Fieber angerufen, soll im Volksglauben auch bei Fußleiden, Rheumatismus und Rattenplagen helfen.

Die Verehrung des St. Servatius reicht weit über den Rhein hinaus – bis nach Rönsahl. Zahlreiche Gotteshäuser führen den Namen des Bischofs. Zwar beendete die Reformation die Verehrung der Heiligen, doch die Rönsahler Kirche trägt nach wie vor den Namen des seit Jahrhunderten als Schutzpatron der Gemeinde geltenden Servatius.

Darüber hinaus erinnern bis auf den Tag etliche Dinge im Dorf an St. Servatius, so die Servatius-Schule, der Servatiusweg und ein unweit des Dorfes versteckt im Wald gelegener Brunnen, dessen Wasser in alter Zeit als heilkräftig angesehen wurde. Es sollte bei Augenleiden helfen und stand deshalb hoch im Kurs. Die politische Gemeinde Rönsahl führte St. Servatius im offiziellen Siegel, was für die Evangelische Kirchengemeinde nach wie vor gilt.

Ferner sorgten die über viele Jahrzehnte geführte Servatius-Apotheke – ein findiger Kaufmann vertrieb sein Brennerei-Erzeugnis unter dem Namen „Servatius-Tropfen“ – und natürlich das eine oder andere „Vertelleken“ bisweilen dafür, dass die Erinnerung an den Rönsahler Schutzpatron nicht verblassen wird. .

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