Angst vor Lärm und Wertverlust - Ausschuss stimmt gegen Windräder in Rönsahl

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Rund 25 Kiersper, vor allem Rönsahler, nahmen an der Sitzung des Hauptausschusses teil.

Kierspe - „Windräder gehören dorthin, wo man sie auch wirtschaftlich betreiben kann“, formulierte Horst Becker einen seiner vielen Einwände gegen den Standort der beiden Windräder, die Mark-E gerne in der Nähe von Rönsahl auf Flächen errichten würde, die im städtischen Wald liegen.

Dass er das unmittelbar im Anschluss an die Ausführungen von Arndt Bohrer, zuständig bei Mark-E für regenerative Energie, tun konnte, lag daran, dass der Ausschuss seine Tagesordnung änderte und damit den Rönsahlern, die zur Sitzung gekommen waren, die Möglichkeit gab, ihren Unmut zu äußern.

Bedenken bezüglich des Artenschutzes wurden dabei ebenso angeführt wie die Angst vor dem Wertverlust der Wohnhäuser, Gefahren für die Gesundheit durch Infraschall und letztlich vor allem die Nähe zur Wohnbebauung von rund 600 Metern.

Schwarzstorch hätte Bau verhindern können

Interessant auch der Einwand von Peter Frettlöh. Der Landwirt outete sich als Befürworter der Windenergie und berichtete von zwei Versuchen, selbst solche Energielieferanten auf seinem Grund zu errichten. Einmal scheiterte er an Abständen zur Wohnbebauung, ein anderes Mal am Schwarzstorch. Denn dieser wurde im Artenschutzgutachten als durch die Anlagen gefährdet angesehen.

Ob der Artenschutz auch bei den Standorten im städtischen Wald eine Rolle spielen könnte, wird jetzt nicht ermittelt. Denn alle tiefergehenden Gutachten wären von Mark-E nur dann in Auftrag gegeben worden, wenn es zu einem Vertrag zwischen der Stadt und dem Energieversorger gekommen wäre. Dazu wird es nun nicht mehr kommen, weil sechs der elf Ausschussmitglieder gegen den Abschluss eines solchen Vertrages stimmten.

Bürgermeister enthält sich seiner Stimme

Neben drei Enthaltungen stimmten nur Hermann Reyher (Grüne) und Marie Luise Linde (CDU) dafür. Der Bürgermeister, der in einer ersten – nicht öffentlichen Abstimmung – noch für eine Verpachtung war, enthielt sich nun seiner Stimme, wie er zuvor ausführte.

Ob tatsächlich kein Windrad gebaut wird, steht aber noch nicht fest. Wobei durch den Rat nach diesem klaren Votum des Ausschusses den Rönsahlern wohl keine Gefahr mehr droht. Aber zwischen den beiden Flächen auf städtischem Gebiet gibt es noch eine weitere, die sich in Privatbesitz befindet.

Wird auf eine Privatfläche ausgewichen?

Auch über diese Fläche verhandelt Mark E. Dort wäre zwar nur Platz für ein Windrad, doch für die Rönsahler würde sich nichts ändern, da die Abstände sich nur minimal verschieben würden. Schall, Schatten und Optik wären genauso wie bei den Rädern auf städtischem Grund.

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