PCB-Sanierung: Fugen und alte Lampen ausgetauscht

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Die mit PCB belasteten Fugen der Außenwand werden von einer Spezialfirma ausgetauscht. Der Staub wird dabei sofort abgesaugt. Der Arbeiter ist durch einen Kunststoffanzug und eine Atemschutzmaske geschützt.

KIERSPE - Seit Jahren ist der Brandschutz das beherrschende Thema bei der Sanierung der Gesamtschule. So ist es auch in diesen Ferien. Außerdem wird die PCB-Belastung in einigen Räumen reduziert und ein Chemieraum wird komplett neu aufgebaut und eingerichtet.

Von Johannes Becker

„Das Schulgebäude wird jedes Jahr vom Verband der Sachversicherer überprüft. Da wurde vor einigen Jahren der Wunsch nach einer genauen Auflistung der Kabel in den Kanälen der Zwischendecke geäußert. Das ist aber bei der Vielzahl der Leitungen unmöglich. Deshalb haben wir uns darauf geeinigt, die Kabelkanäle mit Sprinkleranlagen zu versehen, damit bei einem Kabelbrand kein größerer Schaden entsteht“, erklärt Hartwig Benne vom Gebäudemanagement der Stadtverwaltung. 15 000 Euro investiert die Stadt in diesem Jahr in den Ausbau dieser Anlage.

Doch das sind längst nicht alle Kosten, die der Brandschutz verursacht. So werden weitere 30 000 Euro in eine Brandschutzwand im Technikbereich und Brandschutztüren und Deckenabtrennungen im Kunstbereich investiert.

Kosten verursacht auch die PCB-Sanierung. Da in diesem Jahr auch der zweite Chemieraum komplett erneuert weren soll, nutzte man die Gelegenheit und hat die Fugen der Außenwand, in denen die giftigen und (in hoher Konzentration) krebsauslösenden organischen Chlorverbindungen gefunden wurden, ausgetauscht. Dazu mussten die Räume nach innen mit Folie abgedichtet und einer Schleuse versehen werden. Erst dann konnten Mitarbeiter einer Spezialfirma – geschützt durch Atemschutzmasken und Kunststoffanzüge – zu Werke gehen. Rund 15 000 Euro wird die Stadt dafür ausgeben.

Aber auch der zweite Chemieraum, der in diesem Jahr neu aufgebaut wird, kostet einiges. Neue Böden, neue Wände und eine neue Decke, dazu eine bessere Versorgung mit Strom, Gas und EDV-Leitungen. Wenn die Schüler nach den Ferien in den Raum kommen, werden sie diesen nicht wiedererkennen, unter anderem auch wegen der neuen Möbel.

Denn die Tische enthalten jetzt alle notwendigen Anschlüsse, um viele Versuche direkt an den Arbeitsplätzen vornehmen zu können. Insgesamt 48 000 Euro lässt Kierspe sich diesen Raum kosten. Dafür wird die Beleuchtung in dem Raum etwas sparsamer, da sie nun aus dimmbaren LED besteht.

Überhaupt ist diese Art des Lichts in dem Schulgebäude sehr gefragt. So werden im C- und B-Turm die PCB-belasteten Leuchtstoffröhren gegen LED ausgetauscht. 35 000 Euro kostet das. Da die belasteten Lampen aber nicht gesäubert werden können, ist ein Austausch die einzige Möglichkeit. „Wir haben bereits im vergangenen Jahr einen Förderantrag ans Land gestellt und bekommen nun 30 Prozent dieser Kosten erstattet“, freut sich Benne über die deutliche Reduzierung der Kosten bei den neuen Leuchten.

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