Viel Arbeit im Museum der Kunststoff-Revolution

Die Mitglieder des Heimatvereins richten die Vitrinen aus – in den kommenden Tagen werden die Exponate gereinigt.

Kierspe - Reinigen, sortieren, polieren: Der Heimatverein bezieht nach dem Brand im vergangenen Jahr derzeit wieder das Bakelit-Museum im Alten Amtshaus. Das große Ziel: Anfang Januar soll die Einrichtung an der Friedrich-Ebert-Straße wieder eröffnen. Handfeste Unterstützung gibt es dafür auch aus der Politik.

Von Matthias Clever

Es ist ein verregneter Freitagnachmittag. Rauch steigt am 11. Oktober 2013 aus dem Alten Amtshaus. Peters Heins, der stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins, kommt gerade von einem Tagesausflug des Heimatvereins Kierspe aus Wuppertal zurück in die Volmestadt. Zu Hause angekommen schallt es aus dem Radio „das Alte Amtshaus in Kierspe brennt“ – wie ein Feuer verbreitet sich auch die Nachricht. Innerhalb weniger Minuten steht er zusammen mit anderen Mitgliedern des Heimatvereins an der Friedrich-Ebert-Straße und muss mit ansehen, wie rund 170 Einsatzkräfte versuchen zu retten, was zu retten ist. Nach dem der Brand gelöscht ist, betreten einige Vereinsmitglieder das Museum, um die Dokumente mit Plastikplanen vor dem durch die Decken tropfenden Löschwasser zu schützen. Ein Gemisch aus Wasser und Lehm der Decke hat eine Matschschicht über die Exponate gelegt. Zentimeter hoch steht das Wasser in den Räumen. „Es war verheerend“, sagt Silvia Baukloh, Vorsitzende des Heimatvereins, heute. Sämtliche Exponate mussten ausgeräumt und ins Zwischenlager ans Helit-Gebäude an der Kölner Straße gebracht werden.

Inzwischen haben die Handwerker die Räume des Bakelit-Museums wieder hergerichtet. Daher war es jetzt an der Zeit, die ausgelagerten Bücher, Bilder und die rund 2000 bis 3000 Exponate ins Bakelit-Museum zurückzuholen. Mehr als 100 ausgelagerten Behälter mussten dazu transportiert werden. „In einer beispiellosen Aktion hat uns die heimische UWG unterstützt“, äußert sich Peter Heins. Das Team um den Vorsitzenden der UWG, Clemens Wieland, habe tatkräftige Hilfe geleistet. Heins: „Dafür sind wir sehr dankbar.“

Daher stellen derzeit die Helfer des Heimatvereins die Vitrinen auf. Im nächsten Schritt werden nun die Ausstellungsstücke gereinigt, sortiert und poliert, damit die künftigen Museumsbesucher sich auch daran erfreuen können. Außerdem müssen alle Exponate katalogisiert werden. Dazu bekommt jedes Teil ein Etikett mit einer Nummer, die dann im Computer mit dem Aufenthaltsort und der Erklärung hinterlegt wird. Durch das Löschwasser haben sich bei vielen Exponaten die Etiketten gelöst. „Die Wiedereröffnung des in Deutschland einzigartig vorhandenen Bakelit-Museums erfolgt voraussichtlich Anfang Januar 2015“, drückt Peter Heins seine Hoffnung aus.

Von der Steckdose, über Sandwitch-Maker bis hin zu Schalen sowie ein Armaturenbrett aus Bakelit können dann wieder besichtigt werden.

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