VHS-Theatertruppe bereitet sich auf Premiere vor

KIERSPE - So langsam wird es ernst für „Zeus & Consorten“. Bereits seit dem vergangenen Sommer arbeitet die VHS-Theatertruppe an ihrem neuen Stück, am Dienstagabend probten die Schauspieler erstmals auf der Bühne im Kostüm.

Von Birgitta Negel-Täuber

Während eine Bahnpolizistin gemeinsam mit einem Obdachlosen einen Tisch auf die Bühne trägt, zupft die Bordsteinschwalbe sich mit Hilfe der Putzfrau die platinblonde Perücke zurecht. Die vier gehören zum „Stammpersonal“ bei „Wer versteht hier Bahnhof?“.

Alle anderen Personen kommen und gehen, aber die vier sind auf dem Bahnhof sozusagen zu Hause und trotzen ihrem Schicksal, auch wenn sie von der halben Welt als Passagiere unterster Klasse behandelt werden. Bekanntlich herrscht auf Bahnhöfen ein ständiges Kommen und Gehen, die zahlreichen anderen Rollen verteilen sich deshalb auf ein gutes Dutzend anderer Schauspieler. Das führt mitunter zu logistischen Problemen, denn jeder Rollenwechsel ist auch mit einem Kostümwechsel verbunden und muss zeitlich eingeplant sein.

Die Komödie in 15 Szenen von Thorsten Böhner hatte die Gruppe im vergangenen Semester gemeinsam ausgewählt. Diese Entscheidungsfindung und die damit verbundene Rollenverteilung nimmt bei allen Ensembles breiten Raum ein, selten wird ein Stück buchstabengetreu übernommen. Auch bei „Wer versteht hier Bahnhof?“ wurde manches gestrichen und geändert, berichtete Regisseurin Martina Schnerr-Bille. „Die ersten Proben finden in der Regel im November oder Dezember statt und nach den Weihnachtsferien sollten alle ihren Text auswendig können.“

Noch ist viel Feinarbeit bis zur Premiere am 8. März nötig

 

Viele Schauspieler haben gleich mehrere Rollen. Das führt bei den damit verbundenen Kostümwechseln zu logistischen Problemen.

Diesmal hatte alles zur Zufriedenheit der Regisseurin geklappt, die Texte saßen und obendrein hatten sich zum neuen Semester vier neue Schauspieler eingefunden. Eine davon ist Monique Hillebrands, mit knapp 18 Jahren die Jüngste in der Truppe. Sie habe schon in der Schule Theater gespielt, berichtete sie und dabei hatte der Funke offensichtlich gezündet. An der Auswahl des Stückes konnte sie sich zwar nicht mehr beteiligen, wurde aber mit einer kleineren Rolle problemlos in das Ensemble integriert.

Während Monique bereits fertig kostümiert noch einmal ihren Text überfliegt, ist die Frau für gewisse Stunden noch nicht recht zufrieden mit ihrer Frisur. Passt der Haarschmuck? Oder vielleicht doch besser die pinke Stoffblume? Nein, alles gut, die Regisseurin ist zufrieden. Sie selbst trägt als Rollenkostüm einen etwas altertümlich anmutenden Gehrock, der bereits in einem Shakespeare-Stück Verwendung fand und für die neue Inszenierung mit einem Stück Gardine „aufgehübscht“ wurde.

Dann geht es auch schon los mit der ersten Szene. Die beteiligten Akteure sind textsicher, aber noch ist viel Feinarbeit nötig bis zur Premiere am 8. März. Um der Aufführung den letzten Schliff zu geben, proben die Schauspieler deshalb in der „heißen Phase“ zweimal wöchentlich.

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