Stricksocken und Dessous

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Die Kiersper „Calendar Girls“ mit ihrem Fotografen: Jutta Niggemann, Helga Arnhold, Brigitte Péron, Ute Gehres, Claudia Klinke, Elsbeth Venohr (von links).

Kierspe – Stricksocken und Dessous, Heimatverein und und Erotik – was der durchschnittliche Theaterbesucher spontan nicht zusammendenkt, das bringt die VHS-Theatergruppe „Zeus & Consorten“ mit viel Witz auf einen Nenner.

In ihrer neuesten Produktion folgt die Handlung dem Vorbild der legendären „Calendar Girls“. Die Handarbeitsgruppe des Heimatvereins hat nämlich keine Lust mehr auf wärmende Wolle und will Neues wagen. Ein selbstgestalteter Kalender soll es sein, mit den fünf Mitgliedern als Pin-up-Girls. In England hat das ja auch funktioniert, warum also nicht in Kierspe? Einen Fotografen hat Gerlinde (Claudia Klinke) schon an der Hand und die Location für das Fotoshooting steht auch fest. Der Schleiper Hammer soll es sein – „Stahl mit zarter Spitze“ eben, nackte Haut an der Exzenterpresse. So stellen die Frauen sich das vor und darauf wartete natürlich auch das Publikum im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule. Bis die Hüllen fielen, dauerte es aber. Denn erst einmal müssen Wilma und Elisabeth, Dorothea und Maria die eigenen Hemmungen überwinden, die Idee ihren mehr oder minder entsetzten Familien nahebringen und nicht zuletzt die heimische Presse in Gestalt von Frederike Federkiel (Anette Klingelhöfer) abwimmeln.

Geschrieben hat das Stück Regisseurin Martina Schnerr-Bille, die auch als ekeliger Ehemann von Maria (Brigitte Péron) auf der Bühne steht. Die Diskrepanz zwischen verinnerlichter Rollenzuschreibung und heimlichen Wünschen der schon etwas älteren Frauen sorgte auch in Kierspe für Komik und wurden von den Schauspielerinnen überzeugend auf die Bühne gebracht. Hinreißend etwa die Szene, in der Wilma (Elsbeth Venohr) laszive Posen ausprobiert und sich dabei fast das Kreuz verrenkt. Auch Felicitas Joormann und Helga Arnhold überzeugten als spießige Tochter mit wagemutiger Mutter.

Das Fotoshooting selbst war als Schattentheater inszeniert. Um Nacktheit zu erkennen, brauchte es viel Fantasie, entsprechend sorgten die verhuschten Bewegungen in Schwarz Weiß beim Publikum mehr für Heiterkeit als für erotischen Kitzel.

Dabei hat das Fotoshooting tatsächlich stattgefunden. Bei Minusgraden griff der Kiersper Fotograf F. T. Arnhold zur Kamera und lichtete die Frauen im Schleiper Hammer ab. So war am Ende tatsächlich ein Kalender entstanden. Sämtliche Männerrollen waren mit Frauen besetzt, Männer sind diesmal bei „Zeus & Consorten“ nicht dabei.

Weitere Aufführungen

Vier weitere Aufführungen sind geplant: Mittwoch, 4. März, Anne-Frank-Gymnasium Halver; Dienstag, 17. März, Stadthalle Meinerzhagen; Freitag, 3. April, Schleiper Hammer; Sonntag, 19. April, Historische Brennerei Rönsahl. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 19.30 Uhr, der Eintritt beträgt 10 Euro.

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