Steigende Infektionszahlen, aber:

Kein Hotspot, kein mutiertes Virus

Abstand - Kontakt - Hotspot - Virus
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Es gibt auch in Kierspe einige uneinsichtige Menschen, die den Abstand nicht einhalten, obwohl überall im öffentlichen Raum darauf hingewiesen wird.

„Wir suchen nach Erklärungen“, hat Oliver Knuf, Leiter des Sachgebiets Ordnung und Umwelt, bislang keine Antwort auf die Frage des Märkischen Kreises, warum es in der letzten Wochen in Kierspe eine höhere Anzahl an Infizierten gibt als in den ersten Monaten der Corona-Pandemie.

Kierspe - Einen Hotspot gebe es nicht, weiß Knuf, vielmehr verteilten sich die Infektionen auf alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten. Ebenso gebe es keinen Rückkehrer aus Großbritannien, der dann möglicherweise das mutierte Coronavirus eingeschleppt habe. Dieses Virus soll, so heißt es, deutlich ansteckender sein als das bisher bekannte.

Quer durch alle Altersgruppen

Auch bei den Gottesdiensten der Baptisten-Brüdergemeinde mit teilweise 200 Besuchern, die in den vergangenen Wochen in den Blickpunkt geraten waren, gebe es trotz der hohen Kontaktzahlen keinen Herd für die Verbreitung des Coronavirus. „Es sind nicht diese Gottesdienste, da haben wir schon genau drauf geschaut“, betont der Sachgebietsleiter. Bei einer Infektion mit dem Coronavirus eines Mitglieds einer Baptistenfamilie steige oft die Zahl der Kontaktpersonen, die dann ebenfalls in Quarantäne müssen. Es seien nicht zwei oder drei Personen, sondern acht oder neun, denn die Familien sind meist viel größer als andere.

26 Verwarngelder seit März 2020

Genau hingeschaut haben Oliver Knuf und seine Mitarbeiter des Ordnungsamts auch bei den immer wieder anstehenden „Corona-Kontrollen“. In 26 Fällen seit März vergangenen Jahres mussten Verwarngelder erhoben werden, die eine Einnahme von 9000 Euro ergaben. Darunter seien allerdings zwei Firmen gewesen, wo – wie bei den anderen Fällen – die Kontaktbeschränkungen nicht eingehalten wurden – das Verwarngeld nicht bei 200 Euro, sondern 2000 Euro beträgt. 23 Verfahren seien bereits abgeschlossen worden.

„Dabei muss man natürlich stets den Einzelfall betrachten“, verdeutlicht Oliver Knuf, dass nicht sofort pauschal eine Strafe erhoben wird. So gebe es beispielsweise immer wieder Menschen, die auf Parkplätzen oder auch in Geschäften keine Masken trügen. „Doch wenn man sie anspricht, zeigen sie sich einsichtig“, erklärt der Sachgebietsleiter, dass zumeist die Entschuldigung „Ich habe es vergessen“ kommt. Bei denen reiche eine mündliche Verwarnung.

Uneinsichtigkeit der Verwarnten

Auf der anderen Seite herrsche aber gerade bei denen, die in den vergangenen Monaten bereits ein Verwarnungsgeld kassiert hätten, fast immer Uneinsichtigkeit, dies frei nach dem Motto „Ich mache sowieso, was ich will!“. Daher wurden ebenfalls schon, so berichtet Oliver Knuf, in Kierspe Wiederholungstäter erwischt, die sich nicht an die bestehenden Kontaktbeschränkungen hielten.

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