Weg ist zu schmal, Kosten wären zu hoch

Verwaltung will keinen Fuß- und Radweg am Strandbadweg

Zu schmal und letztlich auch zu teuer wäre der von den Grünen geforderte Bau eines Fuß- und Radwegs in Hochbordform am Strandbadweg in Rönsahl.
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Zu schmal und letztlich auch zu teuer wäre der von den Grünen geforderte Bau eines Fuß- und Radwegs in Hochbordform am Strandbadweg in Rönsahl.

Es wird keinen Fuß- und Radweg entlang des Strandbadwegs in Rönsahl geben, so sieht zumindest der Beschlussvorschlag der Verwaltung für die kommende Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Bauen aus. Ein wesentlicher Grund dafür dürften zweifellos die Kosten sein, die laut einer Ermittlung der Verwaltung bei rund 350 000 Euro liegen.

Kierspe - Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatte Mitte des vergangenen Jahres den Antrag auf Planung und Bau solch eines Fuß- und Radwegs gestellt, weil die Straße stark von Radfahrern, Kindern, Familien mit Kinderwagen, Senioren, Besuchern der Arztpraxis und – im Sommer – des Strandbads sowie Spaziergängern genutzt würde.

Der Strandbadweg sei als „Sammelstraße mit maßgeblicher Erschließungsfunktion“ einzustufen, führt die Verwaltung in der Begründung zum Beschlussvorschlag aus, daher sei ein Geh- und Radweg als Hochbord zu bauen. Bei Fahrbahnbreiten von 2,75 Meter plus 3 Meter breitem Fuß- und Radweg müsste der Strandbadweg 8,50 Meter, mindestens aber 8,25 Meter breit sein – in Realität ist dieser aber nur zwischen 3,90 und 6 Meter breit, die Brücke dort sogar nur 5,20 Meter. Zudem müsste auf einer Länge von 200 Metern ein Streifen von zwei Metern Breite erworben werden, um die notwendige Breite für den Bau eines Hochbords zu erhalten.

Solch ein Weg kann als gemeinsamer oder auch getrennter Geh- und Radweg angelegt werden. Eine Markierung (durchgezogene Linie), mit der dieser Weg von der Fahrbahn abgetrennt, scheidet nach Ansicht der Verwaltung aus, da die Fahrbahn an der Markierung enden müsse. Tue sie aber nicht, da es sich um eine befestigte Fläche handeln würde, die der Hauptfahrbahn ähnelt, und damit auch kein Seitenstreifen sei. Dadurch würde Fußgängern und Radfahrern eine nicht vorhandene Sicherheit suggeriert und dadurch das Gefährdungspotenzial noch einmal erhöht.

Auch für einen sogenannten Fahrradempfehlungsstreifen, der durch eine Markierung erfolgen würde, reiche die Breite des Strandbadwegs nicht durchgängig aus. Außerdem müsste berücksichtigt werden, dass sich durch solch einen Schutzstreifen für Radfahrer der Raum für Fußgänger deutlich verringere – womit ebenfalls das Gefährdungspotenzial erhöht würde.

Darüber hinaus weist die Verwaltung darauf hin, dass bei einer Verkehrszählung mittels Seitenradar Ende des Jahres 2019 in zwölf Tagen 2661 Fahrzeuge gezählt wurden, also neun Fahrzeuge pro Stunde. Durchschnittlich sei dort 58 km/h pro Stunde gefahren worden, deutlich schneller als die erlaubten 30 km/h. „Aufgrund der sehr geringen Verkehrsdichte und einer fehlenden Unfallhäufung wurde seinerzeit von weiteren Maßnahmen ( Einsatz eines mobilen Blitzers) abgesehen“, heißt es weiter.

Beschlussvorschlag der Verwaltung: „Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der finanzielle Aufwand für eine regelkonforme und (für den Fuß- und Radverkehr) vernünftigen Lösung (Hochbord) mit rund 350 000 Euro in keinem angemessenen Verhältnis zur Verkehrslage steht.“

Fahrradempfehlungsstreifen

Bei einem Fahrradempfehlungsstreifen handelt es sich um einen durchschnittlich 1,5 Meter breiten Schutzstreifen, der innerhalb geschlossener Ortschaften auf Straßen mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von bis zu 50 km/h markiert werden kann. Die Markierung erfolgt mit Zeichen 340 der Straßenverkehrsordnung sowie zusätzlich mit Markierungen „Radfahrer“. Dabei handelt es sich weder um einen Rad-, noch um einen Sonderweg. Es besteht keine Benutzungspflicht. Ein Befahren durch Radfahrer in entgegengesetzter Fahrtrichtung und auch nebeneinander ist unzulässig.

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