Die Verwaltung ist auf den Hund gekommen

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Das haut jeden Hund um – die Stadt Kierspe will 2016 die Hundesteuer erhöhen. Dadurch sollen rund 15 000 Euro jährlich mehr eingenommen werden.

Kierspe - Die Verwaltung ist finanziell gesehen auf den Hund gekommen: Der Haushaltplan 2015 sieht vor, dass ab 2016 pro Hund zwölf Euro mehr fällig sein sollen als bisher. Auch Betreiber von Spielautomaten werden stärker zur Kasse gebeten.

Von Matthias Clever

„Unser Ziel ist es, 2021 einen ausgeglichenen Haushalt zu haben – wir wollen also, dass eine schwarze Null da steht. Ohne die Erhöhung der Hunde- und Vergnügungsteuer wäre das nach derzeitigen Berechnungen nicht möglich“, erklärt Kerstin Steinhaus-Derksen, Sachgebietsleiterin Finanzen bei der Stadt Kierspe, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Mit der Hundesteuer wird das Halten der Vierbeiner besteuert – sie zahlt demnach jeder Hundehalter. „Sie ist eine öffentlich-rechtliche Abgabe, der keine bestimmte Leistung, zum Beispiel Reinigung der Straßen von Hundekot, gegenüber steht“, heißt es dazu im Haushaltsplan. Jede Kommune hat das Recht, einen eigenen Steuersatz festzulegen. Dieser beträgt in Kierspe seit 2011 für den einen Hund 72 Euro, ab zwei Hunden 84 Euro je Hund und ab drei Hunden jeweils 96 Euro.

Stadt lässt nach Hunden schnüffeln

Zuvor lag die Steuer acht Jahre konstant (von 2002 bis 2010) für den Ersthund bei 60 Euro, 72 Euro für den zweiten und ab drei Hunden jeweils bei 84 Euro. „Im Jahr 2011 wurde eine Hundebestandsaufnahme entsprechend dem Haushaltssicherungskonzept durchgeführt, dadurch konnten rund 100 Hunde neu veranlagt werden“, sagt Steinhaus-Derksen. Im kommenden Jahr liegen die Einnahmen bei rund 85 000 Euro.

Ab 2016 will der Kämmerer Olaf Stelse nun mit Steuererhöhungen für Vierbeiner Haushaltslöcher stopfen. In den Plänen stehen jährlich rund 100 000 Euro als Einnahme. Dazu soll der Ersthund künftig 84 Euro, der zweite 96 Euro und ab dem dritten Hund jeweils 108 Euro kosten. Kerstin Steinhaus-Derksen: „Momentan ist leider eine schwarze Null in 2021 nicht anders herleitbar.“

Neben der Hundesteuer soll 2016 auch die Vergnügungssteuer angehoben werden. Vor allem der Betrieb von Spielautomaten und Unterhaltungsapparaten wird teurer. Bei der Besteuerung wird unterschieden, ob diese Geräte in Gaststätten oder in Spielhallen aufgestellt und betrieben werden. Die Vergnügungssteuer ist eine so genannte Aufwandssteuer.

Vergnügungsteuer steigt auf 21 Prozent

„Der Steuersatz beträgt in Kierspe seit 2013 19 Prozent und ist damit der derzeit höchste Steuersatz im Märkischen Kreis“, teilt Kämmerer Stelse mit. Die erwarteten Einnahmen für das kommende liegen bei 160 000 Euro. Ab 2016 plant die Stadt den Steuersatz auf 21 Prozent anzuheben. Dadurch sollen jährlich rund 16 800 Euro mehr in die Stadtkasse fließen.

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