Ärger vor Aufsichtsrats-Wahl in Volksbank Kierspe

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Nach 23 Jahren im Aufsichtsrat, davon 16 Jahre im Vorstand, wurde Volkmar Benninghaus (Mitte) von Bankdirektor Stephan Böhse (links) und Bankvorstand Stephan Baldschun verabschiedet.

Kierspe - Zum letzten Mal eröffnete Volkmar Benninghaus als Aufsichtsratsvorsitzender die Vertreterversammlung der Volksbank Kierspe. Aus Altersgründen stellte er sich diesmal nicht erneut zur Wahl.

Als dann am Freitagabend in den Räumen des Geldinstituts der Tagesordnungspunkt Wahlen zum Aufsichtsrat anstand, kam es allerdings zu Ärger. Aus der Versammlung meldete sich Dieter Grafe zu Wort: „Drei Mitglieder haben für das scheidende Aufsichtsratsmitglied Volkmar Benninghaus Ute Gehres als Kandidatin vorgeschlagen. Sie hat ihre Kandidatur jedoch zurückgezogen“, merkte Grafe an. „Dabei hätte dem Aufsichtsrat eine Frau gut zu Gesicht gestanden.“

Eine Erklärung, warum Ute Gehres, Inhaberin eines Buchführungsbüros, diesen Schritt machte, gab sie gleich im Anschluss: „Ich habe meine Kandidatur letzte Woche zurückgezogen, weil mir von Vorstand und Aufsichtsrat gesagt wurde, dass ich da nicht hineinpasse. Dabei wäre ich bereit gewesen, fehlende Qualifikationen in Kursen oder Seminaren nachzuholen.“

Nach ihrer Erklärung verließ Ute Gehres die Vertreterversammlung und kündigte an, die Volksbank Kierspe als Mitglied zu verlassen. Eine Erklärung zu dem Statement gab der Vorstand nicht ab. Er berief sich auf das Bankgeheimnis.

Bei der nun anstehenden Wahl wurde der selbständige Landwirtschaftsmeister Wolfgang Käse wiedergewählt. Neu hinzugewählt wurde auf Vorschlag des Bankvorstandes Guido Benninghaus. In den Wahlausschuss der Vertreterwahl 2016 wählte die Vertreterversammlung Marion Neumann, Andrea Bornträger, Frank Fischer, Matthias Karloff und Iris Wippermann.

Zuvor hatte Bankdirektor Stephan Böhse zu Beginn der Versammlung die Anwesenden über die finanzielle Entwicklung der Volksbank Kierspe in 2014 informiert. „Durch die niedrigen Zinsen haben wir Mühe, unsere Margen zu erwirtschaften“, betonte er. „Eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken, kann sein, dass die Bausparkassen hochverzinsliche Altverträge kündigen müssen“, zitierte er aus einem Bericht des „Handelsblattes“.

„Ebenso müssten die Banken im Kampf gegen die niedrigen Zinsen weiter ihre Kosten senken.“ Dennoch zeigte sich der Vorstand der Volksbank Kierspe mit einem Bilanzplus von 0,9 Millionen Euro auf 127,6 Millionen Euro (plus 0,7 Prozent) zufrieden, obwohl es leicht unter den Erwartungen lag. Im Kreditgeschäft wuchs jedoch das bilanzwirksame Geschäft um 2,2 Prozent von 67,1 auf 68,6 Millionen Euro. Insgesamt hat sich der Aufwand der Ertrags-Relation von 71,9 auf 73 Cent erhöht, was heißt, dass die Volksbank Kierspe 73 Cent ausgibt, um einen Euro zu erlösen. „Mit diesem Ergebnis sind wir nicht zufrieden, diese Entwicklung wollen wir stoppen“, so Böhse.

Ehrennadel und Urkunde für  Volkmar  Benninghaus

Erfreulich war für die Mitglieder zu hören, dass die Dividende für 2014 auf 6,5 Prozent festgelegt wurde, das macht einen Betrag von 113 000 Euro aus. Nach der Verlesung des Berichtes des Aufsichtsrates durch Volkmar Benninghaus erteilte die Versammlung dem Vorstand und dem Aufsichtsrat Entlastung.

„Seit über 23 Jahren waren Sie im Aufsichtsrat tätig, davon 16 Jahre als Vorsitzender“, begann Stephan Baldschun dann seine Dankesworte an den scheidenden Volkmar Benninghaus. „Dabei haben Sie oft über den Tellerrand geschaut und uns geholfen, selbständig zu sein.“ Als Dank dafür erhielt Benninghaus die silberne Ehrennadel des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes und eine Urkunde.

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