Mehr Geld für Offenen Ganztag - auch in Kierspe

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Tausende T-Shirts mit dem Slogan „Gute OGS darf keine Glückssache sein!“ wurden am Mittwoch vor dem Düsseldorfer Landtag aufgehangen.

Kierspe - Unter dem Motto „Gute OGS darf keine Glückssache sein!“ demonstrierten am Mittwoch rund 3000 Erwachsene und Kinder vor dem Landtag für einen besseren Offenen Ganztag. Auch aus Kierspe waren Erzieher und Verantwortliche in die Landeshauptstadt gereist, um ihrem Anliegen Gehör zu verschaffen.

Tausende bunt bemalte T-Shirts mit Forderungen flatterten vor dem Landtagsgebäude. Eltern, Erzieher, Kinder und Trägervertreter aus NRW sprechen sich für eine gute und gesicherte Betreuung aus. Mittendrin waren auch Lisa Formanski, Natali Pauls-Retich, und Anita Kwiatkowski von der OGS Pestalozzischule. „Wir sind zwar nur eine kleine Einrichtung. Doch auch wir wollen die Gelegenheit nutzen, um unter anderem für landeseinheitliche Richtlinien und für eine bessere Verteilung der Gelder zu sprechen“, sagt Formanski. 

Auch Natali Pauls-Retich (von links), Lisa Formanski und Anita Kwiatkowski von der OGS Pestalozzischule demonstrierten für einheitliche Standards und mehr Geld.

So schwanke die Finanzierung einzelner Einrichtungen von Kommune zu Kommune. Glück habe, wer in einer reichen Stadt lebe, Pech hingegen, wer in der armen Nachbarschaft wohnt. Allgemein gebe es häufig zu wenig Mitarbeiter und zu wenige Räume. Und das, obwohl der Bedarf an Betreuungsangeboten weiter steige. „Das soll keine Kritik an der Stadtverwaltung in Kierspe sein“, stellt die Vertreterin der OGS heraus. „Die Landesregierung muss sich in diesem Punkt bewegen.“ 

Seit geraumer Zeit haben sich zahlreiche Einrichtungen in NRW der Freien Wohlfahrtspflege angeschlossen und machen mit einer Kampagne auf ihre Situation aufmerksam. Die Organisation ist eine Arbeitsgemeinschaft aus Awo, Caritas, Parität, DRK, Diakonie und jüdischer Gemeinden. Auch die Kiersper OGS schließt sich diesem Engagement an. 

Der Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege, Andreas Johnsen, sprach am Mittwoch gegenüber Schulministerin Yvonne Gebauer und Familienminister Dr. Joachim Stamp für die Demonstranten: „In den 14 Jahren seit Einführung der Offenen Ganztagsbetreuung ist Vieles in Bewegung gekommen. Schulen und Jugendhilfe arbeiten zusammen, beide Institutionen haben einen neuen Blick füreinander bekommen. Der Offene Ganztag hilft nicht nur Eltern Familie und Beruf besser zu vereinbaren, er unterstützt auch die Kinder in ihrer sozialen Entwicklung und fördert dort, wo Defizite herrschen.“ 

So sehen es auch die Vertreterinnen aus Kierspe. „Wir als Erzieherinnen der OGS stellen heraus, dass es um die kognitive und soziale Betreuung unserer Kinder in einer wichtigen Lebensphase geht. Deshalb muss die Offene Ganztagsbetreuung an Schulen verbindlich sein und höhere Etats haben“, so Formanski. 

Laut einem Zahlenwerk, das die Freie Wohlfahrtspflege im Rahmen ihrer Kampagne vorlegt, belaufen sich die Kosten für den Offenen Ganztag für das Land derzeit auf jährlich 454 Millionen Euro (inklusive der 2900 Lehrerstellen). 

Politik verweist auf Koalitionsvertrag 

Die Träger bekommen pro Platz einschließlich der kommunalen Mittel mindestens 1472 Euro. Dieser Betrag wird durch einen von der Kommune selbst festgelegten Betrag aufgestockt. In vielen Städten reicht das Geld aber nicht aus, stellen die Verantwortlichen fest. 

Der Kostenplan der Arbeitsgemeinschaft für die Finanzierung einer OGS-Gruppe von 25 Kindern beläuft sich auf 79 274 Euro pro Jahr oder 3170 Euro pro Kind. Die anwesenden Minister verwiesen abschließend auf den neuen Koalitionsvertrag. Dieser verspricht, mit einem Sofortprogramm neue OGS-Plätze zu schaffen und die Qualität zu verbessern.

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