Verstärkung für die Awo-Sozialstation

+
Betreuungsassistentin Nadine Schuler.

Kierspe - Ihre Ausbildung zur Betreuungsassistentin schloss Nadine Schuler schon vor längerem ab, seit zwei Monaten arbeitet sie in diesem Bereich bei der Awo-Sozialstation in Kierspe.

Vorher sei sie in einer stationären Einrichtung tätig gewesen, aber die ambulante Betreuung gefalle ihr besser, erzählt die 37-Jährige. „Die Arbeit ist spontaner und eigenständiger, ich kann besser meine eigenen Ideen umsetzen.“

Seit der Reform der Pflegeleistungen stehen allen Patienten, die nach den Pflegegraden 1 bis 5 eingestuft sind, Betreuungs- und Entlastungsleistungen zu. Bewegungsübungen gehörten dazu, erläutert Pflegedienstleiterin Heike Böseler. Es würde aber auch die Zeitung vorgelesen oder es würden Brettspiele gespielt. „Das, was die Leute gerne möchten. Manche wollen sich einfach nur unterhalten.“ Zu den persönlichen Eigenschaften, die eine Betreuungsassistentin mitbringen solle, gehörten Kommunikationsfähigkeit, Empathie und Geduld und die Bereitschaft sich auf die Besonderheiten der ambulanten Arbeit einzustellen.

Damit sei es allerdings nicht getan, erläutert Heike Böseler: Denn nach den Bestimmungen des Sozialgesetzbuches darf als Betreuungsassistent nur arbeiten, wer eine einschlägige Qualifizierung im Umfang von 202 Unterrichtseinheiten inklusive Praktikum durchlaufen hat. Unter anderem werden dabei Kenntnisse über das Krankheitsbild Demenz und unterschiedliche Betreuungsformen vermittelt, die Grundlagen der Gerontologie und Methoden biografischen Arbeitens. Vor allem beim letzten Punkt hat Nadine Schuler einen echten Vorteil – sie kommt aus Kierspe. Bei Unterhaltungen mit Kierspern würden sich daher immer wieder persönliche Anknüpfungspunkte wie gemeinsame Bekannte finden. Das sei gerade im Gespräch mit alten Menschen wichtig, bestätigt Heike Böseler.

Nicht zwingend erforderlich, aber durchaus von Vorteil ist auch Nadine Schulers Erfahrung in der Pflege. Die schärft ihren Blick für gesundheitsrelevante Aspekte. Wenn ein alter Mensch etwa zu wenig trinkt, fällt ihr das schnell auf und sie kann es an die Pflegekräfte weitermelden. Zurzeit ist Nadine Schuler die einzige Betreuungsassistentin im Team der Awo-Sozialstation. Im Rahmen ihrer halben Stelle betreut sie zehn Patienten, acht weitere stehen auf der Warteliste. Der Bedarf ist also groß, die Awo sucht deshalb nach weiteren Betreuungsassistenten. Heike Böseler setzt dabei auf persönliche Kontakte und Mund-zu-Mund-Propaganda. „Dadurch findet man die besten Leute!“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare