Mantrailer-Hund führt auf richtige Spur

Frau stürzt auf Wiese und kann nicht allein zurück: "Hummel" findet vermisste Kiersperin

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Die Besatzung solch einer Hummel hat in der Nacht zum Sonntag die vermisste 81-Jährige auf einer Wiese in Grünenbaum gefunden.

Großer Schreck am Samstagabend in einem Kiersper Seniorenheim: Eine 81-jährige, demenzkranke sowie desorientierte Frau war verschwunden. Um 21.49 Uhr war bei der Polizei die Vermisstenmeldungen eingegangen.

Kierspe - Mehrere Beamte machten sich sofort auf die Suche, im Gebäude und im Umfeld – erfolglos. Daher wurde ein Mantrailer-Hund (Suchhund) angefordert. Der nahm die Fährte auf, die zur Volmestraße (B 54) in Richtung Grünenbaum führte. Dort verlor der Hund aber die Spur, sodass sich die Polizei entschloss, eine sogenannte Hummel – der Polizeihubschrauber verfügt unter anderem auch über eine Wärmebildkamera – einzusetzen, zumal solch ein Hubschrauber frei war.

Dieser erreichte um 2.40 Uhr das Volmetal und konnte die Vermisste 42 Minuten später auf einer Wiese in Grünenbaum entdecken. Ein zweifellos glücklicher Ausgang einer Vermisstensuche, zumal die ärztliche Untersuchung der 81-Jährigen eine leichte Unterkühlung ergab, sodass die Frau nach der medizinischen Versorgung wieder auf ihr Zimmer im Seniorenheim konnte. Beinahe täglich, so erklärt Polizeipressesprecher Marcel Dilling, träfen bei der Polizei Vermisstenmeldungen ein.

Allerdings gebe es unterschiedliche Eskalationsstufen. Daher sei das Prozedere in solchen Fällen durchaus unterschiedlich: Häufiger würden die Beamten im Haus oder im nahen Umfeld den oder die Vermissten finden. Ein Einsatz eines Mantrailer-Hundes sei dann ebenso wenig notwendig wie der eines Hubschraubers. Dies gelte, weiß der Polizeipressesprecher, insbesondere bei Jugendlichen, die dazu neigten, mal auszureißen. In anderen Fällen sei der Mantrailer-Hund „sehr hilfreich“, betont Dilling.

Weitere Eskalationsstufe: "Hummel"-Einsatz

Jedoch seien auch die chancenlos, wenn die vermisste Person zum Beispiel in einen Bus steige. Eine weitere Eskalationsstufe sei der Einsatz der Hummel oder, als höchste Stufe, eine Öffentlichkeitsfahndung. „Dann suchen nicht nur 100 Augen, sondern im Märkischen Kreis Hundertausende“, weiß Marcel Dilling, dass es aber nur selten Fälle gebe, in denen die Personen nicht gefunden werden. Ein Teil davon wolle aber auch nicht gefunden werden. Ebenso sei auch der Einsatz der Hummel nicht immer angesagt, insbesondere dann, wenn das Schlimmste befürchtet wird.

So habe man beispielsweise bei der Suche nach dem in Menden verschwundenen Mädchen den Hubschrauber eingesetzt und die Hönne abgeflogen, allerdings mit nur geringen Chancen im beziehungsweise unter Wasser etwas zu finden. Es werde zwar keine Statistik geführt, doch mehrere Male im Monat, so schätzt der Pressesprecher der Polizei, suche man im Märkischen Kreis nach Senioren – und dies in den meisten Fällen erfolgreich.

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