Fischtreppen und Riesenbärenklau

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Bei der Versammlung des Rönsahler Wasser- und Bodenverbands stand am Dienstagabend auch die Wahl des Verbandsausschusses auf der Tagesordnung.

Rönsahl - Die Mitglieder des Wasser- und Bodenverbandes Rönsahl trafen sich am Dienstag in der Braustube der Historischen Brennerei. Auf der Tagesordnung stand auch die Wahl des achtköpfigen Verbandsausschusses, der jeweils fünf Jahre im Amt bleibt.

Von Rainer Crummenerl

Der Wasserverband Rönsahl, der in der öffentlichen Wahrnehmung nur selten in Erscheinung tritt, wurde bereits im ersten Drittel des vorigen Jahrhunderts ins Leben gerufen, seine Mitglieder sind zum Wohle der Allgemeinheit tätig.

Als Körperschaft des öffentlichen Rechts unterliegt der Verband der behördlichen Aufsichtspflicht. Diese wird durch die Stadt Kierspe und durch den Märkischen Kreis wahrgenommen.

Der Verband ist einer der wenigen dieser Art, die im Märkischen Kreis noch ehrenamtlich und damit äußerst kostengünstig geführt werden. Die Mitglieder rekrutieren sich aus den Anrainern der im ehemaligen Gemeindegebiet von Rönsahl existierenden Bachläufen und Teichanlagen. Das besondere Augenmerk der „Wassermänner“, wie die Verbandsmitglieder scherzhaft genannt werden, gilt dabei in erster Linie dem Zustand von Bachläufen und Uferzonen. Dabei geht es im zeitigen Frühjahr vornehmlich darum, durch winterliches Hochwasser eventuell entstandene Schäden im Uferbereich aufzulisten und die Termine für deren Beseitigung festzulegen.

Und da gab es auch in den vergangenen fünf Jahren einiges zu tun, wie Verbandsvorsteher Thomas Hedfeld rückblickend anmerkte. Die Anlage von Fischtreppen, diverse Uferbefestigungen durch Einbau von Wasserbausteinen, Renaturierungs-Maßnahmen, Zusammenarbeit mit Strandbadverein und dem Wupperverband gehörten dazu.

Ein weiteres ständiges Augenmerk galt dabei einem Problem, dem sich der Wasser- und Bodenverband bereits seit mehreren Jahren mit Intensität und inzwischen auch mit sichtbarem Erfolg widmet. Gemeint ist die Bekämpfung der in manchen heimischen Bereichen Überhand nehmenden Herkulesstaude, im Volksmund auch unter der Bezeichnung „Riesenbärenklau“ bekannt.

Wenn diese ursprünglich in unseren Breiten nicht heimische Pflanze einmal Fuß gefasst hat, ist deren Bekämpfung nur noch schwer und mit entsprechendem Aufwand möglich. Gerade in feuchten Wiesentälern und hier vorzugsweise in der Nähe von Bachläufen siedelt sich die Herkulesstaude gerne an und verbreitet sich dann rasant.

Zwar gilt der Fremdling bei den Imkern als willkommene Bienenweide und ist deshalb dort nicht gänzlich unbeliebt, bringt im Ganzen gesehen aber weitaus mehr Nach- als Vorteile mit sich. Der Riesenbärenklau nimmt im Nu ganze Wiesentäler in Beschlag, verdrängt dabei andere Kulturpflanzen und löst vor allem bei schon leichter Berührung empfindliche Verbrennungen der Haut aus und sollte deshalb von Menschen unbedingt gemieden werden.

Diese Gründe führten dazu, dass sich die Landwirte im allgemeinen und die Mitglieder des Wasserverbandes insbesondere nun schon seit einigen Jahren intensiv mit der biologischen Bekämpfung der Herkulesstaude befassen – und das mit vorzeigbarem Erfolg. Mittlerweile konnte die Verbreitung der ungeliebten Wildpflanze auf etwa zehn Prozent der ursprünglich befallenen Fläche zurückgeführt und soll weiterhin mit entsprechenden Maßnahmen begleitet werden, wie man unisono beschloss.

Schnell war man sich über die Besetzung des Verbandsausschusses einig. Dessen bisherige Mitglieder Horst Becker, Karl-Friedrich Marcus, Bernd Stubenrauch, Klaus Johann, Manfred Fleige, Frank Reininghaus und Hanno Tofahrn wurden einstimmig wiedergewählt, Dieter Guse rückt für den für ein Vorstandsamt vorgesehenen Bernd Crone nach.

Mit Festlegung der Termine für 2015 klang die Versammlung aus. Die Verbandsschau findet am Montag, 20. April, ab 9 Uhr statt. Die Verbandsausschusssitzung ist für Montag, 9. März terminiert und beginnt ab 20 Uhr in der Braustube.

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