L 528 in Verruf geraten als „Frauengebärstrecke“

UWG-Vorsitzender Clemens Wieland lässt nicht locker, sondern fordert eine schnelle Sanierung der L 528 in den Serpentinen, die in einem wirklich katastrophalen Zustand sind. ▪

KIERSPE ▪ Auf keinem anderen Abschnitt ist die Landstraße 528 in einem so schlechten Zustand wie zwischen dem Schützenplatz auf dem Hedberg und Hölterhaus, informiert UWG-Vorsitzender Clemens Wieland.

In der Kiersper Innenstadt sei sie mittlerweile von Grund auf saniert und ebenfalls weiter über Halver in Richtung Hagen sei sie in einem sehr guten Zustand, was genauso für die Strecke von Halver Richtung Radevormwald gelte. Die Unabhängige Wählergemeinschaft macht sich für die Sanierung der Fahrbahn stark, die zu den schlechtesten im gesamten Stadtgebiet gehört, wenn sie nicht sogar die schlechteste ist. Anfang April wurde mit diesem Ziel eine Anfrage an den Landesbetrieb Straßenbau NRW gestellt. In dieser wurde von der UWG unter anderem auch darauf hingewiesen, dass durch die Einführung der Lastwagenmaut eine Verlagerung des Schwerlastverkehrs von den Autobahnen auf die Bundes- und Landstraßen stattgefunden habe, worunter die Straßen natürlich leiden würden. Davon betroffen sei ebenfalls die L 528. Der Zustand der Strecke habe sich speziell im Bereich der Serpentinen erheblich verschlechtert und sei mittlerweile unzumutbar.

Wieland freut sich, dass seitens des Landesbetriebs jetzt die Antwort vorliegt, in der der Straßenbaulastträger tatsächlich sogar „akute Straßenschäden“ einräumt. Die Fahrbahn weise so Verdrückungen, Schlaglöcher und Risse auf. Auf die Schäden wie Spurrillen werde mit einer Warnbeschilderung aufmerksam gemacht. Akute größere Schäden würden mit Kalt- oder Heißasphalt repariert. Außerdem sei die Höchstgeschwindigkeit teilweise bis auf 30 Stundenkilometer beschränkt worden. Aber eine Verbesserung würde sich nur durch eine komplette Oberbauerneuerung herbeiführen lassen.

Der Landesbetrieb bedauert jedoch, dass eine Sanierung „leider nicht absehbar“ sei und begründet dies damit, das hier ein aufwändiger und teurer Ausbau erforderlich werde, weil die Straße im Wasserschutzgebiet der Kerspetalsperre liege und es im Land eine Vielzahl sanierungsbedürftiger Straßenabschnitte gebe, so dass ein Sanierungsstau entstanden sei.

Da setzen die Unabhängigen nun mit einem neuen Brief an den Landesbetrieb an und erbitten eine Prioritätenliste, aus der ersichtlich ist, welche Maßnahmen höher eingestuft werden als die in Kierspe, damit die Verzögerung der Sanierung den Bürgern nachvollziehbar erklärt werden könne. „Wir geben uns damit nicht zufrieden und sind nicht still, sondern haken weiter kritisch nach“, begründet Wieland, warum die UWG in dieser Sache nicht nachlasse und jetzt erst einmal probiere, dass die Maßnahme in ihrer Priorität höher eingestuft wird.

Ziel müsse zumindest eine Grundsanierung sein, wobei es gar nicht unbedingt um den bislang beabsichtigen großen Ausbau mit Regenrückhaltung gehen müsse. Der Zustand der Fahrbahn sei so nicht länger haltbar. Die Strecke ist in der Bevölkerung wegen der enormen Erschütterungen in kleinen Fahrzeugen schon als „Frauengebärstrecke“ verrufen. „Mir kommt die Fahrbahn hier vor wie einst am DDR-Grenzübergang Herleshausen“, beschreibt der UWG-Vorsitzende nicht weniger plastisch wie doch zugleich zutreffend. ▪ Rolf Haase

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