Vernissage mit Arbeiten von Henning Leuschner

Henning Leuschner (links) und Sohn Aljoscha haben noch viel zu tun, um das leere Ladenlokal an der Kölner Straße in eine Galerie zu verwandeln. - Fotos: Negel-Täuber

KIERSPE -  „Analoge Kunst – in einer digitalen Zeit“ nennt Henning Leuschner seine Ausstellung, die im Rahmen einer Vernissage am Freitag um 18 Uhr an der Kölner Straße 43 eröffnet und zwei Jahre zu sehen sein wird. Dazu ist auch die Öffentlichkeit eingeladen.

Von Birgitta Negel-Täuber

„Analog“ hat in diesem Zusammenhang wohl die Bedeutung von selbstgemacht, dauerhaft, vielleicht auch von Verbrauch und persönlicher Kommunikation – jenseits der sozialen Netzwerke.

Um das Material für seine Bilder zusammenzubekommen, braucht Henning Leuschner viele Menschen, die sehr viel trinken und ihm beim Sammeln helfen, denn sein bevorzugter Werkstoff sind Kronkorken. Die fügt er in Puzzletechnik zu quadratischen Bildern mit einer Seitenlänge zwischen 1,20 und 1,40 Metern zusammen, vorzugsweise Porträts lebender und verstorbener Pop- und Rockgrößen. Die Gesichtsflächen sind mit Verschlüssen von Wicküler Pils-Flaschen gestaltet, Lippen und Augen stammen von Gaffel Kölsch und Reissdorfer und Selters bringen ebenfalls Farbe ins Spiel.

Wie bei Bildern in dieser Technik üblich, lassen sich die Motive am besten aus einiger Distand erkennen. Man kann den Musikgeschmack des Künstlers an ihnen ablesen: Nina Hagen ist dabei, John Lennon und Campino. Ché Guevara hat zwar für Leuschners Generation auch Kultstatus, fällt musikalisch aber weniger ins Gewicht. Dagegen hat er zum Porträt von Johnny Rotten, dem verstorbenen Sänger der Punkband Sex Pistols, eine besondere Beziehung – es hängt normalerweise in seiner Küche.

Zur Kronkorkenkunst kam Leuschner, der als Bereichsleiter bei der Jugendhilfe Rheinland in Solingen arbeitet, eher zufällig. Zuhause hatten sich viele Kronkorken angesammelt, und damit gestaltete er seinen Gartentisch. Nachdem er einmal die für ihn passende Technik entwickelt hatte, war die Idee Porträts zu gestalten, nicht mehr weit.

Sein erstes Bild fand in einer Kölner Kneipe ein Zuhause und von da an ließen ihn die Kronkorken nicht mehr los. Leuschner lebt in Köln, auch die Kronkorken stammen überwiegend aus dem Rheinland, seine Wurzeln hat der Künstler aber in Kierspe: In dem Ladenlokal an der Kölner Straße, das sich gerade in eine Galerie verwandelt, betrieb seine Großmutter vor vielen Jahren ein Edeka-Geschäft.

Leuschner sieht seine Ausstellung auch als Beitrag zur Wiederbelebung der Kölner Straße als Kreativquartier, einem Konzept, das im Rahmen des Regionale-Projekts entwickelt wurde.

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