Verluste bei Douglasien

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Diese, in diesem Jahr gepflanzte, Douglasie ist nicht mehr zu retten. Förster Uwe Treff hat Flächen in seinem Revier, in denen bis zu 70 Prozent der Anpflanzung durch die Trockenheit vernichtet wurden. ▪

KIERSPE ▪ „Bei den Neuanpflanzungen der Douglasien haben wir jetzt bereits Ausfälle von bis zu 70 Prozent. Glücklicherweise bislang nur an einzelnen Standorten. Dort wo die Bedingungen günstiger sind, sind auch die Ausfälle deutlich geringer“, beschreibt Förster Uwe Treff die Situation im Wald rund um Kierspe.

Die anhaltende Trockenheit bereitet derzeit nicht nur den Landwirten, sondern auch den Waldbauern große Sorge. Nach Kyrill, aber auch nach den normalen Waldeinschlägen, wurden vor allem Buchen, Eichen, Ahorn, Lärchen, Kiefern, Fichten und Douglasien zur Wiederaufforstung gepflanzt. Derzeit seien es vor allem die Anpflanzungen aus dem vergangenen Herbst und dem Frühjahr dieses Jahres, die unter dem Wassermangel litten. „Hält die Trockenheit aber noch weiter an, dann werden auch die Pflanzungen der vergangenen Jahre Schaden nehmen“, da ist sich der Forstexperte sicher. Vor allem, weil es sich mittlerweile um den dritten trockenen April in Folge handele.

Die Ausfälle bei den älteren Bäumen ließen sich nur schlecht beurteilen. Treff: „Die Verluste, die wir jetzt sehen, stammen aus Schäden des vergangenen Jahres.“

Doch nicht nur die lange Trockenheit entscheidet über die Schäden, sondern auch die Baumart und die Lage. So seien Bäume auf Kuppen und Plateaus besonders betroffen, an Hanglagen sähe es noch deutlich besser aus, vor allem, wenn dort auch noch Wasser austreten würde.

Nach den Douglasien, die jetzt schon stark geschädigt seien, wären als nächste nun die Lärchen gefährdet, danach Buchen und Eichen, erklärt der Förster. „Der Ahorn ist da schon sehr widerstandsfähig. Der kommt als junger Baum mit wenig Wasser gut klar, später braucht dieser Baum dafür umso mehr. Deshalb eignet er sich am besten für die Anpflanzung in wasserführenden Tälern“, so Treff.

Am wenigsten Sorgen macht sich der Förster um die Fichte, die auch mit widrigen Bedingungen gut klar komme.

Erfreulich seien die niedrigen Nachttemperaturen, die das Wachstum hemmen würden und für Tau am Morgen sorgten. Nun hinge alles davon ab, wie viel Regen es im Mai gebe. „Als Förster müsste ich jetzt eigentlich auf einen regenreichen und kühlen Sommer hoffen. Dieser würde nicht nur den Pflanzen helfen, sondern auch dem Borkenkäfer schaden.“

Weitere Anpflanzungen wird es aber in diesem Jahr definitiv nicht mehr geben. „Wer bis Ostern nicht fertig geworden ist, der muss jetzt auf jeden Fall bis zum Herbst dieses oder Frühjahr nächsten Jahres warten.“ ▪ Johannes Becker

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