Teure Schulschwänzerei

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Eltern, die ihre Kinder ohne ausreichende Gründe nicht rechtzeitig zum Schulbeginn in die Schule schicken um Geld bei der Buchung des Urlaubs zu sparen, müssen mit hohen Bußgeldern rechnen.

Kierspe - Mit dem Beginn der Schulferien steigen regelmäßig die Reisepreise und auf den Autobahnen bilden sich lange Staus. Um Geld und Nerven zu sparen, melden einige Eltern ihre Kinder vor oder nach den Ferien einfach krank. Das kann für die Urlauber ein teures Nachspiel haben.

Unmittelbar vor und nach den Ferien gelte ein grundsätzliches Beurlaubungsverbot, sagt Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg. Wer die Anordnung ignoriert, der muss tief in die Tasche greifen. Im Härtefall kann die Verletzung der Schulpflicht mit einer Ordnungswidrigkeitsanzeige geahndet werden. Die Höhe der Strafe kann dabei bis zu 1000 Euro betragen. Während „normale Schulschwänzer“ mit einem Bußgeld von maximal 20 Euro pro Fehltag bestraft werden, liegt der Regelsatz vor und nach den Ferien deutlich höher „Die Strafe beläuft sich in diesem Fall auf 80 Euro pro Kind, Fehltag und Elternteil“, erklärt Christoph Söbbeler.

Alleine in den vergangenen Jahren häuften sich die Fälle der Schulschwänzer im Zeitraum der Ferien. So wurden laut der Bezirksregierung vor zwei Jahren 235 Anzeigen aufgegeben, in 2015 waren es 268. Auch in Kierspe haben die Verantwortlichen an den Schulen mit diesem Thema zu tun. Während man an der Freien Schule laut Auskunft des Geschäftsführers Heiko Kositzki keine Probleme damit hat, kennt man an den vier Grundschulen und an der Gesamtschule solche Fälle. Gelegentlich stellen Eltern auch dort solche Anfrage. Ekkehard Haas, Leiter der Bismarck- und der Servatius-Grundschule. „Ich bin sehr konsequent, was Bußgelder in diesem Punkt angeht. Wenn die Begründung für eine Beurlaubung nicht ausreicht, dann bin ich nicht mehr Herr der Situation. Bei familiären Gründen liegt es während des Schuljahres in meinen Ermessen, aber im Bezug auf die Ferien habe ich keinen Spielraum.“

Auch Thomas Block, Leiter der Pestalozzi- und Schanhollen-Grundschule muss sich an die Anweisungen des Schulamtes halten: „Anzeigenverfahren sind relativ schnell eingeleitet, ob die Bußgelder dann auch eingetrieben werden, darüber habe ich keinen Überblick.“ Auch Gesamtschulleiter Johannes Heintges kennt solche Situationen: „Bei uns haben wir bei rund 1400 Schüler keine Probleme damit. Aber man muss generell konsequent bleiben, sonst ist vor und nach den Ferien kein normaler Unterricht möglich. Heintges hält die Bestrafung der Urlauber nach dem Regelsatz für nicht sinnvoll: „Sie sollte am Einkommen der Eltern bemessen werden. Die Bestrafung sollte nach Augenmaß geschehen.“

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