Verkehrssicherungspflicht: Luiseneiche wird gefällt

Die Luiseneiche soll gefällt und an ihrer Stelle ein bereits größerer Baum neugepflanzt werden.

KIERSPE ▪ Die Luiseneiche soll gefällt werden. Die Gründe wurden im zuständigen städtischen Fachausschuss erläutert. Geplant ist später unter anderem eine Gedenktafel, die an das Naturdenkmal erinnert.

Nach einer Begutachtung der Luiseneiche bereits im vergangenen Jahr hatte sich die Meinung durchgesetzt, dass der Baum, der vor vielen Jahren schon einmal auf halber Höhe gekappt worden ist, inzwischen innen faul und hohl ist und die Äste sich nur noch über die Rinde ernähren. Im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht der Kommune müssen auch aus Sicht des Märkischen Kreises dringend Maßnahmen ergriffen werden, zumal sich direkt daneben ein Kinderspielplatz befindet.

Vorschlag im Fachausschuss

Vorgeschlagen wurde aus dem Grund von der Verwaltung in der Sitzung des Umwelt- und Bauausschusses am Mittwoch im Rathaus, die Luiseneiche mit einem Pflegeschnitt erneut um die Hälfte zu kürzen und zugleich eine Ersatzpflanzung vorzunehmen.

Dem folgte das Gremium dann jedoch nicht, sondern entschied, den Baum, der als Naturdenkmal geschützt ist, komplett zu fällen und nur einen schräg geschnittenen Stumpf stehen zu lassen. Eine darauf angebrachte kupferne Gedenktafel soll die Bedeutung der Lui sen eiche erklären und an sie erinnern. Außerdem wird eine Ersatzpflanzung vorgenommen, wobei es sich schon um einen möglichst großen, aber noch verpflanzbaren Baum handeln soll, den sich die Kommune durchaus auch etwas kosten lassen will. Immerhin wird auch Geld gespart. Für 1500 bis 2000 Euro müsste aus Sicht von Gerdt Rubel (CDU) etwas zu bekommen sein.

„Ein neuerlicher Pflegeschnitt bedeutet zusätzliche und unnötige Kosten, die wir uns sparen können“, meinte dazu Jürgen Rothstein (FDP). Martin Kulosa (Grüne) unterstrich, dass auch ein Baumleben ein Ende habe. Trotzdem befürwortete er den Pflegeschnitt, da er sonst im Dorf „einen kleinen Aufstand“ befürchtete. Dass die Menschen aber sicher auch keinen „Luisenstumpf“ wünschten, merkte dazu Marc Voswinkel (SPD) an.

Rat des Försters

Nachdem Förster Uwe Treff die Gefährdung, die von den nur mit der Rinde verwachsenen Ästen ausgeht, nochmals bestätigt hatte, kam es zur Abstimmung: Der Ausschuss votierte mit 16 zu zwei Stimmen bei einer Enthaltung dafür, die Luiseneiche komplett zu fällen.

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