Bis 22. März: Extremismus-Ausstellung im Bürgerhaus

Extremismus hat viele Gesichter – und manchmal sind die Gruppierungen nicht leicht zu identifizieren.

Kierspe - Wenn in den Nachrichten die Rede ist von Propaganda auf Schulhöfen, von Jugendlichen, die Migranten gegen Migranten hetzen, oder von Musik, die radikales Gedankengut transportieren will, dann sind dies nur scheinbar weit entfernte „Phänomene“. Doch Achtsamkeit ist allerorten geboten: Dies zeigt die Ausstellung „Es betrifft dich“ des Verfassungsschutzes, die das Jugendzentrum ins Bürgerhaus Felderhof holte und am Dienstagnachmittag eröffnet wurde.

Wie nah der Extremismus und damit auch der Terrorismus sein kann, daran erinnerte Bürgermeister Frank Emde in seiner Begrüßungsrede: War es doch das beschauliche Oberschledorn im Sauerland, wo 2007 eine als gefährlich eingestufte islamistische Terrorzelle entdeckt wurde. Ebenso wie Frank Emde freute sich auch Landrat Thomas Gemke über die Ausstellung. Denn diese biete den Anlass, sich mit dem Thema Extremismus auseinanderzusetzen. „Er kommt auf leisen Sohlen und viele Jugendliche erkennen ihn als solchen erst einmal gar nicht“, warnte Gemke, der die demokratischen Strukturen lobte und bewahren will – wenngleich sie manchmal schwer zu durchschauen seien. „Demokratie funktioniert nicht auf Knopfdruck.“ Mit einfachen Parolen versuchten Extremisten, einen Nährboden für ihre Gesinnungen zu schaffen.

Einen intensiven Blick auf die Arbeit des Bundesamtes für Verfassungsschutz bot anschließend Bernd Eulenpesch. Der Referatsleiter Öffentlichkeit informierte über die Aufgaben und Befugnisse seiner Behörde und die Herausforderungen in der heutigen Zeit. Auch auf die NSU-Affäre oder die Bedrohung durch Salafisten oder linksextreme Gruppierungen ging Eulenpesch ein. Seine Einschätzung derzeit: „Wir stellen eine Steigerung des Militanzpotenzials bei einem gleichzeitigen Rückgang der Mitgliederzahlen fest.“

Dass es dennoch – oder gerade daher – umso bedeutsamer ist, die frühen Anzeichen einer extremistischen Tendenz zu erkennen, verdeutlicht die Ausstellung im Bürgerhaus noch bis Samstag, 22. März. Personal des Verfassungsschutzes steht täglich von 9 bis 16 Uhr für Informationen zur Verfügung. Zwölf Gruppen hatten sich gestern bereits angemeldet, weitere Interessierte sollten sich an Christian Schwanke vom Jugendzentrum wenden, Tel. (0 23 59) 66 12 59. - von Frank Zacharias

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