Angeklagter bestreitet Drohung

+
Symbolfoto

Kierspe/Lüdenscheid - 16 Monate sind vergangen, seit ein 36-jähriger Kiersper in Lüdenscheid die Nerven verlor: Laut Anklage bedrohte er die Betreiberin eines Kiosks in einem Männerwohnheim mit den Worten: „Ich bringe dich um, wenn ich dich erwische.“

Der Bedrohung soll ein Streit um Zigaretten vorausgegangen sein, und natürlich war viel Alkohol im Spiel: „Ich war besoffen – volltrunken“, sprach der Angeklagte im Amtsgericht Lüdenscheid Klartext. Der offenbar ungezügelte Missbrauch hatte seine Spuren hinterlassen.

Als es um das Alter des Mannes ging, musste man sehr aufmerksam zuhören, um die Angabe glauben zu können. Eine vor 16 Monaten zum Tatort gerufene Polizeibeamtin erinnerte sich, dass er damals immerhin verstanden hatte, dass die Polizei da war und daraufhin ein bisschen ruhiger geworden war.

„Wir kennen uns aus zig anderen Einsätzen. Alkohol spielt eigentlich immer eine Rolle“, setzte die Polizeibeamtin hinzu. Der Angeklagte hatte seine ganz eigene Erinnerung daran, was er der Kioskbetreiberin im Streit gesagt haben wollte: „Wenn du dich im Mittelalter so verhalten hättest, hätte man dich auf dem Scheiterhaufen verbrannt!“

Möglicherweise habe die Zeugin diese aus Sicht des Strafrechts harmlosere Wenn-dann-Aussage ja interpretiert und daraus den von ihr zu Protokoll gegebenen Satz gemacht. „Ich würde solche Worte nicht gegen eine Frau gebrauchen“, bestritt der Angeklagte die Bedrohung.

Die Richterin verwies auf „die vielen einschlägigen Vorstrafen“. Der 36-Jährige konterte daraufhin erneut: „Das ging immer gegen Männer.“ Spätestens an diesem Punkt war klar, dass das Verfahren ohne die Kioskbetreiberin nicht beendet werden konnte. Die Zeugin war aber aus unbekannten Gründen nicht zum Termin erschienen. Am kommenden Freitag wird weiterverhandelt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare