Flaschenwurf kommt teuer zu stehen

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Symbolbild

Kierspe/Meinerzhagen - Ja, eine Bierflasche hatte er geworfen, gab gestern ein Mann im Amtsgericht Meinerzhagen zu: „Ich wollte aber niemanden treffen.“ Mehr Erinnerungen hatte der Angeklagte vom Abend des 28. Juli vergangenen Jahres nicht.

Damals war der 28-Jährige in Begleitung seiner Mutter am Dartclub an der Waldheimstraße in Kierspe auf eine Bekannte und deren Eltern getroffen. Laut Anklageschrift handelte es sich bei der Bekannten um die Ex-Freundin des Kierspers.

Die 23-Jährige hatte bei ihrer polizeilichen Vernehmung angegeben, der Angeklagte habe ihrer Mutter das Nasenpiercing mit der flachen Hand herausgeschlagen und ihr eine Flasche an den Kopf geworfen. Im Gericht „eierte“ die Frau im Zeugenstand herum.

Schließlich gab sie zu, bei der Polizei gelogen zu haben. Sie habe genau das zu Protokoll gegeben, was ihre Mutter ihr vorher erzählt hätte. Am Tattag habe sie den Angeklagten per SMS provoziert, zum Tatort zu kommen. Tatsächlich sei das Piercing ihrer Mutter hinterher verschwunden gewesen.

Die 23-Jährige habe aber weder einen Schlag des Angeklagten gesehen, noch wisse sie, ob die Flasche ihre Mutter getroffen hatte. Die Flasche habe sie gestreift, berichtete die 47 Jahre alte Mutter im Zeugenstand. Mit der Hand habe der Kiersper vorher ihre Nase getroffen, wodurch das Piercing herausgerissen worden sei.

„Die Nase hat geblutet“, so die Mutter. Der ebenfalls anwesende Ehemann der Frau zeigte sich davon überzeugt, dass der Angeklagte mit „voller Absicht“ gehandelt hatte: „Das war schon gezielt geworfen.“

Die Flasche sei zwischen seinem und dem Kopf seiner Frau hindurchgeflogen. Ob sie die 47-Jährige getroffen hatte, könnte er nicht sagen, erklärte der Ehemann. Allerdings habe seine Frau hinterher gesagt, dass sie eine Beule am Kopf habe.

Geschehen sei das alles im Rahmen eines Streits. Für den Richter war der Angeklagte kein Unbekannter. Neun Ladendiebstähle hatte der 28-Jährige bereits begangen. Allerdings sei auch eine längere Zeit nichts mehr vorgefallen.

Getroffen oder nicht: Der Wurf mit der Flasche sei eine versuchte Körperverletzung gewesen, so der Vorsitzende. Unter anderem unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der 28-Jährige demnächst zum zweiten Mal Vater wird, stellte der Richter das Verfahren gegen eine Zahlung von 500 Euro vorläufig ein.

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