Vereine begeistern sich für „Autofreies Volmetal“

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Mehr als 60 Kiersper waren ins Rathaus gekommen, um etwas zum Ablauf des Aktionstages zu erfahren und Angebote von Vereinen aber auch von Privatpersonen zu unterbreiten. ▪

KIERSPE ▪ Echte Aufbruchstimmung herrschte beim ersten Treffen zur Aktion „Autofreies Volmetal“, die am 24. Juni stattfinden soll. Mehr als 60 Kiersper waren der Einladung von Stadt und Kreis gefolgt, um sich im Ratssaal über den Planungsstand informieren zu lassen und mitzuteilen, wie sie sich selbst einbringen möchten.

Ursprünglich steckte das Aktionsbündnis Volme-Aggerbahn hinter der Idee, mit einem autofreien Sonntag im Volmetal auf die Notwendigkeit der Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke zwischen Meinerzhagen und dem Ruhrgebiet hinzuweisen. Doch letztlich sah das Bündnis sich nicht in der Lage, eine solche Veranstaltung logistisch zu bewältigen und wandte sich an den Kreis, damit dieser unterstützend tätig werde. „Auf diesen Zug sind wir gerne aufgesprungen, denn letztlich haben drei Regionaleprojekte ihren Schnittpunkt an der Volme“, erklärte Frank Adler vom Märkischen Kreis.

Gemeint waren die Projekte „Oben an der Volme“, an dem neben Kierspe und Meinerzhagen auch Halver und Schalksmühle beteiligt sind, ein „Kreis packt aus“, ein Projekt, bei dem die Fluss- und Bachläufe zu neuer Bedeutung kommen sollen und „Radnetz“, bei dem ein Radweg entlang der Volme konzipiert werden soll.

Nur ein Zug, der wird nicht fahren an diesem Tag, „da die Bahn keine Betriebserlaubnis für den Personenverkehr hat. Das liegt letztlich auch daran, weil keine Zusteigemöglichkeiten entlang der Strecke mehr bestehen“, so Adler, der auch gleich mitteilte, dass an dem 24. Juni auch keine Busse der MVG durchs Volmetal fahren, sondern ein Ersatzverkehr auf anderen Strecken unterwegs ist.

Insgesamt 900 Briefe habe der Kreis in der vergangenen Woche an die Anwohner der vier beteiligten Kommunen verschickt, die in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden. „Wir werden jedem einzelnen individuelle Lösungen anbieten“, versprach der Kreis-Mitarbeiter.

Erfreut zeigte sich Dorette Vormann-Berg von der Kiersper Stadtverwaltung, dass sich bereits im Vorfeld 20 Vereine gemeldet hätten, um Angebote für den Aktionstag zu machen. „Wir wollen die Vereine und Akteure an diesem Tag so weit wie möglich unterstützen. Das heißt, es werden keine Genehmigungen verlangt oder Gebühren erhoben. Wer ein Angebot machen möchte, kann sich einfach beim Kreis oder der Stadt anmelden“, erklärte Adler. Und Vormann-Berg ergänzte: „Grundsätzlich sollten sich die Vereine selbst um einen Standort bemühen, allerdings sind wir gerne bereit, den Kontakt zwischen einem Verein und einem Grundstückseigentümer zu vermitteln.“ Und damit sprach sie einen wesentlichen Punkt an. Denn alle Aktionen müssen außerhalb der Fahrbahn stattfinden. Denn diese bleibt den Besuchern komplett vorbehalten. Dort dürfen sie gehen, Radfahren, Rollerfahren oder auf Inlinern die Strecke oder einen Teil davon zurücklegen.

Außerdem versichert der Kreis Anbieter und Teilnehmer an diesem Tag über seinen Gemeindeversicherungsverband. „Wir konnten bei den Vorbereitungen auf die Erfahrungen zurückgreifen, die bei Siegtal pur gemacht wurden, eine Veranstaltung die sich auf zwei Bundesländer und drei Kreise erstreckt und mittlerweile weit mehr als 130 Kilometer Strecke umfasst“, so Adler, der 33 Flächen unterschiedlicher Größe entlang der Strecke ausgemacht hat, an denen sich Vereine und Akteure präsentieren können. Und die Anwesenden hatten auf dieses Stichwort nur gewartet: Denn es sprudelte nur so an Vorschlägen. So will der Heimatverein an der Rhader Mühle Brot backen, die Kirchengemeinden veranstalten einen Gottesdienst im Innenhof von Haus Rhade und ersetzen damit die Veranstaltung, die eigentlich am Wienhagener Turm stattfinden sollte. Der Rollerclub will sich um Kinder kümmern, der Malerbetrieb Schulz plant einen Tag der offenen Tür, die Sportfischer wollen mit sechs Angeboten, eventuell gemeinsam mit dem Nabu, an der Volme vertreten sein. Der Kiersper Rallye-Club nutzt das Gelände des Waschcenters an der Volmestraße und die Historische Brennerei sucht einen Platz, an dem sich das Landbier verkaufen lässt. Dieser deutet sich auf dem Gelände der Firma Karnebogen an, die ansonsten Zugang zu ihrer Wasserkraftanlage gewähren will. Auch Jugendfeuerwehr, Jugendrotkreuz und Jugend-THW planen eine gemeinsame Aktion. „Allerdings nur, wenn wir wissen, mit wie vielen Helfern wir im Rahmen des Sicherheitskonzeptes vor Ort aktiv sind“, schränkte Georg Würth ein. ▪ Johannes Becker

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