„Freifunk ist eine Erfolgsgeschichte“

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Svenja Kelm, Michael Knabe (rechts) und Andreas Wieland bezeichnen Freifunk als Erfolgsgeschichte.

Kierspe - Vor allem nach Schulschluss, bei schönem Wetter vor den Gaststätten und kurz bevor der Bus fährt – immer dann gehen die Nutzungszahlen in die Höhe. Anders ausgedrückt, wenn Menschen über freie Zeit verfügen oder warten müssen, geht der Blick aufs Handydisplay. „Dann wollen die Menschen einen Blick auf ihre Mails werfen, per Whatsapp Nachrichten austauschen oder mal eben auf die Lieblingsseite surfen“, sagt Andreas Wieland. Er muss es wissen, denn seit rund zwei Jahren ist er es, der die technische Seite der Freifunk-Versorgung in Kierspe betreut.

„Eine regelrechte Erfolgsgeschichte“, wie es Svenja Kelm, Geschäftsführerin des Stadtmarketingvereins, beschreibt. Im Frühjahr 2015 begann der Verein mit der Verteilung der ersten Router. 40 wollte man damals zur Verfügung stellen – und die Geschäftsleute gewinnen, auf eigene Kosten die Geräte anzuschaffen. Heute stehen mehr als 100 Router in Kierspe – die meisten entlang der Kölner und Friedrich-Ebert-Straße.

Michael Knabe, zweiter Vorsitzender des Marketingvereins: „Jetzt wollen wir auch den Freifunk nach Rönsahl bringen.“ Sechs Router wurden dort mittlerweile aufgestellt, von denen vier bereits ihren Betrieb aufgenommen haben. Die Planungen für zwei weitere laufen. Wieland: „Zuerst soll natürlich entlang der Hauptstraße versorgt werden. Dort gibt es eine Arztpraxis, die Brennerei, ein Autohaus und dort wohnen auch etliche Flüchtlinge, für die die Versorgung besonders wichtig ist.“

Grundsätzlich könnten noch deutlich mehr Bereiche in Kierspe und Rönsahl mit dem kostenlosen WLAN ausgerüstet sein, doch dazu fehlen im Verein die notwendigen Kapazitäten. „Manpower“ nennt Knabe das und meint damit, dass die meiste Arbeit von Wieland alleine erledigt werden muss. „Da könnten wir Unterstützung gebrauchen, vor allem für die handwerklichen Arbeiten bei der Montage“, erklärt Knabe.

Als Beispiele für die Möglichkeiten, wenn es mehr Unterstützung geben würde, nennt der Verein die Sportanlagen. Dafür stehe die Technik bereit, alle Formalitäten seien geklärt, doch derzeit sei aufgrund der Auslastung nicht an eine Montage zu denken – gleiches gelte auch für das Fachmarktzentrum.

Trotzdem werben die Mitglieder des Stadtmarketingvereins um weitere Kiersper, die bereit sind, einen Teil ihrer Bandbreite abzugeben, damit andere kostenlos surfen können. Wobei Privatpersonen nach wie vor die Router kostenlos bekommen. Für Geschäftsleute kostet die einfachste Variante 20 Euro.

Die Mitglieder des Marketingvereins betonen, dass die Sorgen von Nutzern, die Betreiber des DSL-Anschlusses könnten die Inhalte lesen, unbegründet sind. „Freifunk nutzt eigene Hardware und hat einen Providerstatus. Im Grunde unterscheiden wir uns bei der Technik und dem Verfahren nicht von anderen Anbietern wie beispielsweise der Telekom“, macht Wieland deutlich. Die Unterscheidung sei vielmehr im Anspruch begründet. Freifunk wolle WLAN möglichst vielen Menschen kostenlos zur Verfügung stellen, um auch den Menschen einen Zugang zu ermöglichen, die sich keine große Bandbreite und kein großes Datenvolumen auf ihren Mobilgeräten leisten können. Und der Erfolg scheint ihnen Recht zu geben – denn die Zahlen der Nutzer in Kierspe sind nach wie vor hoch.

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