Nur Brauchtumsfeuer erlaubt

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In Kierspe soll es eine neue ordnungsbehördliche Verordnung über die Genehmigungspflicht für Brauchtumsfeuer geben.

Kierspe - „Brauchtumsfeuer (zum Beispiel Oster- oder Martinsfeuer) sind offene Feuer, deren Zweck nicht darauf gerichtet ist, pflanzliche Abfälle durch schlichtes Verbrennen zu beseitigen. Sie dienen der Brauchtumspflege und sind dadurch gekennzeichnet, dass eine in der Ortsgemeinschaft verankerte Glaubensgemeinschaft, Organisation, ein Verein oder eine Nachbarschaftsgemeinschaft das Feuer unter dem Gesichtspunkt der Brauchtumspflege ausrichtet und diese Veranstaltung für jedermann öffentlich zugänglich ist.“

So heißt es in der neuen ordnungsbehördlichen Verordnung der Stadt Kierspe, die am 17. März vom Hauptausschuss verabschiedet werden soll. Notwendig wurde diese neue, geänderte Verordnung über die Genehmigungspflicht für Brauchtumsfeuer, weil die alte „für offene Feuer“ unzulässige Punkte enthielt. Vor dem Hintergrund der steigenden Anmeldungszahlen von „vermeintlichen Osterfeuern“ und um Regelungen dafür vorzulegen hatte die Stadt die Verordnung im Jahr 2017 erlassen.

Vonseiten des Märkischen Kreises war aber darauf hingewiesen worden, dass das Verbrennen von Strauchschnitt, Schlagabraum und ähnlichen pflanzlichen Rückständen nicht erlaubt ist, weil es einen Verstoß gegen die Abfallentsorgungsvorschriften darstellt. Mit Blick auf den Klimaschutz sollte ebenfalls darauf verzichtet werden. Da es in der Stadt Möglichkeiten gibt, Grün- und Strauchschnitt zu entsorgen, sind lediglich Brauchtumsfeuer nach der neuen ordnungsbehördlichen Verordnung genehmigungsfähig.

Das hat zur Folge, dass Osterfeuer pro Veranstalter einmal im Zeitraum von Karsamstag bis Ostermontag und Martinsfeuer vom 3. bis 15. November durchgeführt werden dürfen. Andere Brauchtumsfeuer, wie beispielsweise Johannisfeuer, dürfen nur an dem jeweiligen Gedenktag abgebrannt werden. Solch ein Feuer ist ständig von zwei Personen – eine über 18 Jahre alt – zu beaufsichtigen. Nach wie vor gilt natürlich, dass ein Abstand zu Wohngebäuden, Wäldern und landwirtschaftlichen Flächen, die leicht entzündlich sind, eingehalten werden muss (mindestens 50 Meter).

Außerdem darf das Feuer bei starkem Wind nicht angezündet werden beziehungsweise ist sofort zu löschen, wenn starker Wind aufkommt. Das Verbrennen von beschichtetem oder behandeltem Holz – dazu zählen auch Paletten und Schalbretter – und anderen Abfällen ist verboten. Ebenso gilt nach wie vor, dass zum Schutz von Kleintieren das Material frühestens vier Wochen vor der Verbrennung zusammengetragen werden darf und ein bis zwei Tage vorher noch einmal umzuschichten ist. Im Übrigen kostet die Genehmigung eines Brauchtumsfeuers mindestens 25 Euro. Im Einzelfall kann die Stadt aber von der Erhebung einer Gebühr absehen.

Anmeldungen

Ein Brauchtumsfeuer ist zwei Wochen vor dem Abbrennen beim Kiersper Ordnungsamt schriftlich, telefonisch oder über die Homepage mit den folgenden Angaben zu beantragen: Datum, Ort und Dauer des Feuers; Art und Menge des Brennmaterials; Name, Anschrift und Mobiltelefonnummer des Veranstalters; Name und Alter der verantwortlichen Aufsichtspersonen; ein Lageplan mit dem genauen Standort des Feuers auf dem Grundstück.

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