Handys: Klare Regeln an GSK

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Die Nutzung eines Smartphones im Klassenraum ist in der Gesamtschule nur dann erlaubt, wenn es der Lehrer für Unterrichtszwecke zulässt. Wer es ohne Erlaubnis nutzt und erwischt wird, muss das Handy bis Schulschluss abgeben.

Kierspe - Im Nachbarland Frankreich, also auch in Montigny versucht man, die Handy-Störungen im Schulunterricht durch ein Verbot in den Griff zu bekommen. In Kierspe setzen die Pädagogen auf einen verantwortungsvollen Umgang mit den Smartphones. Hier ein Überblick über die Regelungen in Kierspe.

Gibt es ein Handyverbot an der Gesamtschule?

„So gesehen haben wir eigentlich ein Handy-Gebrauchsverbot“, sagt Schulleiter Johannes Heintges, dass es an der Gesamtschule (GSK) klare Regeln hinsichtlich der Smartphones gibt: Die Schüler der Klassen fünf bis zehn dürfen ihr Handy zwar mitnehmen, doch im Schulgebäude darf es nicht verwendet werden, muss ausgeschaltet sein.

Wer erwischt wird, beziehungsweise wenn ein Vibrieren oder gar Klingeln den Unterricht stört, muss sein Smartphone abgeben – er oder sie kann es sich zum Schulschluss (15.50 Uhr) im Schulsekretariat wieder abholen. „Wir schöpfen da den Rechtsraum aus“, weist der Schulleiter darauf hin, dass es keine Ausnahmen gibt. Auch wenn beispielsweise der Schüler schon nach der fünften Stunde Schluss hat, sein Handy erhält er erst um 15.50 Uhr zurück.

Gibt es Ausnahmen?

Als Ausnahmen gelten nur Notfälle oder besondere Krankheiten des Kindes oder in der Familie. Eine weitere Ausnahme kann der Lehrer erlauben, wenn zum Beispiel im Unterricht recherchiert – „gegoogelt“, wie es neudeutsch heißt – werden soll. Schließlich spielt die Medienerziehung in der „digitalen Gesamtschule“ eine wichtige Rolle.

Die Schüler sollen im Umgang mit Office und Internet geschult werden. Gleichzeitig sollen sie lernen, nicht alles gedankenlos zu posten (veröffentlichen). Über Cybermobbing wird ebenfalls gesprochen. Mittlerweile kommt auch das Tablet in der Oberstufe, im kompletten fünften Jahrgang und auch in den anderen Klassen im Unterricht zum Einsatz.

Eine weitere Ausnahme gilt für die Oberstufenschüler, die ihr Smartphone in ihren Aufenthaltsbereichen benutzen dürfen, jedoch nicht im Rest der Schule.

Wie sieht es an Grundschulen mit Smartphones aus?

An den Kiersper Grundschulen werden Handys kaum gesehen und Smartwatches schon gar nicht, wie Thomas Block – „Ich habe, glaube ich, als einziger hier eine Smartwatch“ – und Stefanie Fischer, die Leiter der Verbundschulen Pestalozzi/Schanhollen und Bismarck/Servatius, gegenüber der MZ erklären.

Zweifellos würden auch die Kinder, insbesondere des dritten oder vierten Jahrgangs, schon Smartphones besitzen, doch bleiben diese offensichtlich zuhause oder in der Schultasche. „Es ist auch nicht notwendig“, verweist Stefanie Fischer auf die „verlässliche Schule“, auf die sich die Eltern verlassen könnten.

So gesehen sei es geradezu ein ungeschriebenes Gesetz, kein Handy mit in die Schule zu bringen. Smartphones würde man wirklich sehr selten sehen. „Ich habe im Unterricht noch keines klingeln hören“, sagt Block. „Nur einmal“, erinnert sich Fischer. Es sei ein an Diabetes erkranktes Kind und damit ein Notfall gewesen.

Wie sieht es bei Klausuren und Prüfungen aus?

Doch gleich, ob Smartphone oder digitale Uhr (Smartwatch), vor Klassenarbeiten oder gar Abi-Prüfung müssen sie beim Lehrer abgegeben werden. Wer das nicht macht und folglich (bei einem Täuschungsversuch) erwischt wird, muss die Konsequenzen tragen, die Klausur gilt als nicht bestanden. Allerdings würden Smartwatches an der Gesamtschule, meint GSK-Schulleiter Johannes Heintges, noch keine so große Rolle spielen.


Handy-Hintergrund zur Regelung

Um Störungen des Schulbetriebs im Nachbarland zu verhindern, setzt Frankreich auf radikalere Maßnahmen: Staatspräsident Emmanuel Macron und seine Regierung setzen ein Wahlversprechen um und erlassen ab dem kommenden Schuljahr, das im September 2018 beginnt, ein landesweites Verbot für Mobiltelefone an Schulen. Davon betroffen sind Grundschulen und Unterstufen weiterführender Schulen, also Schüler im Alter von etwa 6 bis 15 Jahren. Diese dürfen ihre Smartphones zwar mitnehmen, sie aber in der Schule – auch in den Pausen – nicht benutzen. Ausnahmen seien, so Bildungsminister Jean Michel Blanquer, Notfälle und Lehrzwecke.

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