Leader-Projektaufruf: Kaleidoskop der Möglichkeiten

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Fast 50 Besucher in der Historischen Brennerei in Rönsahl verfolgten den ersten Projektaufruf zum Leader-Programm an der Volme.

Rönsahl - 2,3 Millionen Euro wollen sinnvoll investiert werden – und so entstehen Ideen, wie die Region „Oben an der Volme“ durch die sogenannten Leader-Fördermittel aufgewertet werden kann. Zum ersten Projektaufruf kamen am Donnerstagabend fast 50 „Volmetaler“ in die Historische Brennerei nach Rönsahl.

„Leader ist zwar längst nicht so umfangreich wie die Regionale, aber kleinteiliger und ermöglicht daher auch die Nutzung durch mehrere Teilnehmer “, warb Kierspes Bürgermeister Frank Emde, der zugleich Vorsitzender des Vereins Regionalentwicklung Oben an der Volme ist, für das Konzept des Programms. Premiere feierte in Rönsahl sowohl der Verein als auch die Regionalmanagerinnen Friederike Schriever und Susanne Neumann.

Nach seiner Gründung im April 2016 hatten Emde und sein Stellvertreter Bernd-Martin Leonidas erstmals zur Jahreshauptversammlung eingeladen, bei der allerdings vor allem Formalien auf der Tagesordnung standen, ein Rückblick auf die Aktivitäten 2016, die Vorstellung des Finanzplans und ein Ausblick auf 2017 inklusive. Zudem stimmte die Versammlung zwei Personalien zu: Für Sandra Steinmann (Meinerzhagen) sitzt ab sofort Florian Soennecken in der Lokalen Aktionsgruppe (LAG), die sich in erster Reihe mit der Bewilligung von Leader-Projekten beschäftigt. Zudem ersetzt Saskia Angelsdorf den bislang für die Stadt Kierspe abgestellten Rainer Schürmann in der LAG. Stellvertreterin wird Dorette Vormann-Berg.

Projektaufruf setzt erste Akzente

Auf weitaus größeres Interesse stieß die zweite Premiere des Abends: der erste Projektaufruf der Leader-Region „Oben an der Volme“, zu dem weitere Interessenten zur Runde hinzustießen. Er soll zugleich ein Startschuss für Ideen und Konzepte sein. Bis zum 10. März haben private und öffentliche Träger nun Zeit, ihre Projektskizzen den Regionalmanagerinnen und damit auch der LAG vorzustellen. Weitere Projektaufrufe sind im Mai sowie im September geplant.

In sogenannten Ideenschmieden – Einzelveranstaltungen zu den Themen Städte/Dörfer, Freizeit/Tourismus, Kinder/Jugend und Wirtschaft – sowie in der LAG werden die eingereichten Ideen dann besprochen und im besten Fall zur Förderung freigegeben.

Freizeitbeauftragter soll Frequenz erhöhen

Susanne Neumann stellte unter anderem die neue Internetseite des Leader-Projekts vor.

Bürgerkneipen, mobile Dorfläden, Generationenparks oder ein Gesundheitsnetzwerk: Es gibt viele Möglichkeiten, unter 65-prozentiger Leader-Förderung eigene Projekte anzugehen, wie Susanne Neumann erörterte. Dass es aber auch an der Volme bereits ganz konkrete Vorhaben gibt, bewies Bernd-Martin Leonidas, Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins Meinerzhagens. Ziel des Projekts: die Einrichtung eines Freizeit- und Naherholungsbeauftragten, der sich um Marketing und Entwicklung der heimischen Angebote kümmern und so die Volme-Region für Touristen, aber auch für ihre Bürger attraktiver machen soll.

„Frequenz bedeutet zugleich Kaufkraft – und so bedeutet Tourismusförderung immer auch Wirtschaftsförderung“, warb Leonidas für das Konzept, das mit der maximalen Förderhöhe von 250 000 Euro ausgestattet werden soll. Basis der Überlegungen von Schalksmühle bis Meinerzhagen ist das Freizeit- und Tourismuskonzept der vier Städte und Gemeinden, das 2014 erarbeitet wurde und über die Kreisgrenzen hinaus einen guten Ruf besitze, sagte Leonidas.

Inklusion als gesamtgesellschaftlicher Punkt

Doch auch Inklusion könnte im Zuge der Leader-Förderung ein Thema sein: Ein entsprechendes Konzept stellte der Verein „Lernen fördern“ vor, für das Monika Barwanitz, Erhard Pierlings und Günther Barth vor die Versammlung traten. „Inklusion ist UN-Recht und geht alle Leader-Projekte an“, sagte Pierlings, während Barth als ehemaliger Schulleiter der Schule Volmetal dafür warb, die Inklusion nicht nur in schulischer, sondern in gesamtgesellschaftlicher Hinsicht mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Und so bot die Veranstaltung in der Brennerei einen ersten Vorgeschmack auf kommende Projekte, die bereits in Vorbereitung sind. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung nannte Friederike Schriever etwa die Quartiersentwicklung in Halver-Oberbrügge, das Konzept „Kaufhaus Halver“ oder die Vorstellung von „Lieblingsplätzen entlang der Volme“. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten gibt es auf der neuen Internetseite www.leader-obenandervolme.de.

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