150 Schüler bei den Waldjugendspielen

Seit sieben Jahren haben die Waldjugendspiele im Märkischen Kreis die höchsten Teilnehmerzahlen in NRW. Axel Dohmen von der Waldschule erklärte den Kindern, wie er mit Hilfe eines Stabes die Höhe eines Baumes messen kann. - Fotos: Schüller

Kierspe -  „Wir werden jetzt einmal messen, wie hoch dieser Baum ist“, kündigte Axel Dohmen gestern bei den Waldjugendspielen an. Mit großen Augen und ein wenig ratlos sahen ihn die Grundschüler der Pestalozzischule an. Hochklettern oder schätzen? Wie sollte das Messen der grünen Giganten für die Kinder möglich sein?

Von Petra Schüller

Die Lösung fiel verblüffend einfach aus: Der Leiter der Waldschule Märkischer Kreis peilte über die Spitze eines genormten Stockes den Baumwipfel an. Dabei musste er so lange rückwärts gehen, bis beide Punkte auf einer optischen Linie übereinander lagen. Von diesem Punkt aus maß er die Strecke bis zum Baumstamm in großen Schritten ab.

 „19, 20, 21“, murmelte Dohmen – dann stand er direkt vor dem Stamm. Da jeder Schritt etwa einen Meter maß, wussten die Kinder nun, dass der prächtige Baum rund 21 Meter hoch in den Himmel ragt. Aha-Effekte blieben keine Seltenheit bei den 15. Waldjugendspielen, an denen sich die Servatius-, Bismarck- und Pestalozzischule mit insgesamt sechs vierten Klassen beteiligten. An jeder Station der Schnitzeljagd, zu der die Kinder nach einer kurzen Einführung durch die Waldschule und der Begrüßung durch die Revierförster Klaus Pokrandt und Uwe Treff in Kleingruppen starteten, lernten sie Spannendes über den Wald. Wie alt ist diese Fichte? lautete eine der Fragen, die es zu beantworten galt.

„Die meisten Nadelbäume bilden jedes Jahr einen Astquirl aus“, hielt das Arbeitsblatt, das den Kindern mit auf den Weg gegeben worden war, wichtige Informationen bereit. In Nullkommanichts hatten die jungen Naturforscher die Quirle gezählt. „Die Fichte ist 24 Jahre alt“, waren sie sich einig. Ahorn, Erle, Fichte oder Pappel anhand ihrer Blätter oder Nadeln bestimmen, oder Sturmschäden im Gelände entdecken – das Ziel der Waldjugendspiele „die Kinder für den Wald zu sensibilisieren“, wie Förster Pokrandt erklärte, wurde bei der Erlebnistour im Wald auf dem Lauseberg auf spielerische Weise erreicht.

Die Veranstaltung ist vor allem im Märkischen Kreis ein echtes Erfolgsmodell: „Seit sieben Jahren sind die Teilnehmerzahlen in unserem Kreis die höchsten in ganz NRW“, machte Revierförster Uwe Treff aufmerksam. Kreisweit beteiligten sich diesmal rund 3350 Schüler aus 62 Schulen. Planung und Durchführung, sowie die Markierung und Ausarbeitung der Lerntour durch den Wald lag in den Händen der Waldschule Märkischer Kreis und der Revierförster. Zu den Veranstaltern zählten auch der Landesbetrieb Wald und Holz NRW und die Initiative Lernort Natur.

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