Bender und Wirth: Fassung verliert

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Mit Anschlüssen und Verbindungen in der LED-Technik erschließt sich Bender und Wirth ein neues Betätigungsfeld. Dabei sind die neuen Produkte im Vergleich zu den Fassungen, die die Kiersper Firma herstellt, sehr kein.

KIERSPE - „Die Umstellung von der konventionellen Lichttechnik auf die LED-Technik ist so gravierend wie die Umstellung von Petroleumlampen auf elektrisches Licht.“ Den Satz hat der Inhaber eines Mitbewerbers von Bender und Wirth auf einer Verbandstagung ausgesprochen, doch Martin Bender, Geschäftsführer des Kiersper Unternehmens kann ihn nur unterschreiben. Er formuliert es nicht weniger drastisch mit: „Die LED-Technik verändert die gesamte Leuchtenindustrie.“

Von Johannes Becker

„Wir müssen in dem sich stark wandelnden Markt unseren Weg finden“, erklärt er das Ziel und ist froh, dass sich auch langsam zeigt, wohin der Weg führt. Auf der letzten Messe Light & Building, die vor zwei Jahren in Frankfurth stattfand, stellte Bender und Wirth die ersten Produkte im LED-Bereich vor. Das Problem der Technik ist, dass die neuen Lichtquellen nicht zwingend Fassungen brauchen – und genau in diesem Bereich liegt die Kernkompetenz des Kiersper Unternehmens. Doch auch die Leuchtdioden brauchen eine Stromversorgung und Verbindungen untereinander. Und genau dort setzt ein Produkt von Bender und Wirth an, das auf der Messe vorgestellt wurde und mit dem sich heute ansehnliche Umsätze erwirtschaften lassen. „Solche Anschlüsse und Verbindungen sind sehr klein, gleichzeitig fließen hohe Stromstärken durch die Kabel“, erklärt Bender. Die Schweißtechnik bietet sich an, da der Widerstand an den Verbindungsstellen gering bleibe und damit auch die Temperatur nicht stark ansteige. Genau auf diese Technik hat sich Bender und Wirth in Zusammenhang mit dem Fassungsbau spezialisiert und baut sogar die Schweißmaschinen selbst.

Auf der nächsten Light & Building werden neben diesen Neuerungen auch LED-Halter vorgestellt, die der neuen Beleuchtungstechnik Halt geben und kaum auf Erwärmung reagieren.

„Die aus Mineralstoff hergestellten Halterungen sind zwar etwas teurer als Produkte aus Kunststoff, dafür sind sie schnell in unterschiedlichen Größen herzustellen. Außerdem kommt es im Gegensatz nicht zu Verformungen und damit zur Ablösung vom Kühlkörper. Das verlängert die Lebensdauer der LED erheblich“, erklärt Bender. Darüberhinaus würden sich die Stanzwerkzeuge sehr preiswert und in kurzer Zeit herstellen lassen, wodurch man sehr schnell und flexibel auf Kundenwünsche reagieren könne.

Um Missverständnisse auszuräumen, betont der Geschäftsführer, dass sich mit den klassischen Fassungen auch in den kommenden Jahren noch Geld verdienen lasse, aber dieser Produktbereich sei klar im Abwärtstrend. „Von der klassischen Fassung werden wir auf Dauer nicht leben können“, stellt Bender fest.

Um diesem Trend zu begegnen, will sich die Firma, bei der rund 35 Mitarbeiter in Kierspe und noch einmal so viele in Thüringen – dort bei Montagetechnik Lux – arbeiten, neue Geschäftsfelder erschließen. Bender: „Wir wollen uns im Bereich der Schweißtechnik stärker als Dienstleister positionieren. Denn dort gibt es nicht viele Mitbewerber und schnell lässt sich dort auch keine Konkurrenz aufbauen, da man in diesem Geschäftsfeld viel Erfahrung und sehr gut ausgebildete Mitarbeiter braucht.“ Der erste große Auftrag in diesem Betätigungsfeld laufe schon.

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