UWG: „Wir wurden bewusst ausgegrenzt“

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Neu im Vorstand der UWG ist Sabine Schulte. Wiedergewählt wurden Dieter Grafe (links), Karl-Friedrich Bengelsträter (Mitte) und Rüdiger Däumer (rechts). Nicht im Bild sind Schriftführerin Kirstina Weiland und ihr Stellvertreter Dirk Schmale.

Kierspe -  Hauptthema bei der Jahreshauptversammlung der UWG am Montagabend war das, aus ihrer Sicht, unschöne Ergebnis der Kommunalwahl im Mai. Eine herbe Niederlage habe man eingefahren, meinte auch der Vorsitzende Clemens Wieland. Die Diskussion über die Gründe und Konsequenzen verlief lebhaft.

Von Birgitta Negel-Täuber

Man habe keine Themen gehabt, die die Bürger polarisiert hätten, erkannten die Mitglieder selbstkritisch. Vor allem müssten die einzelnen Wahlbezirke in Zukunft sehr frühzeitig besetzt werden, um den Kandidaten die Möglichkeit zu geben sich in ihrem Bezirk bekannt zu machen. Allerdings habe auch der für CDU und SPD günstige Bundestrend der UWG die Wahl vermasselt. „Die Koalition hat Weihnachten in den April vorgezogen,“ spitzte Dieter Grafe, leicht polemisch, zu.

Der Fraktionsvorsitzende war auch vom Verhalten der anderen Fraktionen nach der Wahl enttäuscht. Die Ratsbeschlüsse, insbesondere die Zusammensetzung der Ausschüsse, wurden zwar von der UWG „zu 100 Prozent“ mitgetragen, Gespräche darüber habe es aber im Vorfeld nicht gegeben. „Wir wurden bewusst ausgegrenzt.“

Das werde die UWG nicht daran hindern, weiterhin konstruktive Politik für Kierspe zu machen, stellte Grafe klar und kam damit auf den kommunalen Haushalt zu sprechen. Der sei „besorgniserregend“, die Politik müsse bereit sein auch unpopuläre Maßnahmen zu treffen ohne auf die nächste Wahl zu schielen. Worin die bestehen sollen, blieb an der Stelle unklar, die Infrastruktur dürfe jedenfalls nicht zerstört werden. Ohnehin seien es die von Bund und Land zugewiesenen Aufgaben, die den Haushalt belasteten. Ohne Anhebung der Steuersätze werde es deshalb langfristig nicht gehen.

Trotz der „bedrückenden“ Haushaltslage habe die Politik des „Bürgerblocks“, zu dem auch die UWG gehört, viel Positives erreicht. Zu den Erfolgen der vergangenen und neuen Legislaturperiode zählten die Mitglieder den Ausbau des Gewerbegebiets Kiersperhagen, die guten Einkaufsmöglichkeiten und das Baugebiet östlich Rathaus. Weitere Gebiete sollten ausgewiesen werden, vor allem der zweite Bauabschnitt östlich Rathaus müsse in Angriff genommen, in Rönsahl Bauflächen vorgehalten werden.

Neben den Berichten von Vorstand und Fraktion standen die vereinsüblichen Regularien auf dem Programm. Kassierer Oliver Knuf erstattete den Kassenbericht und nach dem positiven Votum der Kassenprüfer entlastete die Versammlung den Vorstand einstimmig. Turnusgemäß wurde ein Teil des Vorstands neu gewählt. An Stelle von Oliver Knuf führt in Zukunft Sabine Schulte die Kasse. Für weitere zwei Jahre wiedergewählt wurden neben Dieter Grafe auch Rüdiger Däumer als erster und Karl-Friedrich Bengelsträter als zweiter Beisitzer, Schriftführerin Kirstina Weiland und ihr Stellvertreter Dirk Schmale, die beiden letzteren in Abwesenheit. Kreisdelegierte bleiben wie bisher Dieter Grafe und Friedhelm Fernholz.

An die Mitgliederversammlung schloss sich nahtlos eine Fraktionssitzung an.

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