Wieland: „Kierspe muss anders handeln als andere“

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UWG-Ratsherr Clemens Wieland fordert, dass der Gesundheitsmanager in einer öffentlichen Hauptausschusssitzung Rechenschaft ablegt und einen Leistungsbericht in Sachen ärztlicher Versorgung von Kierspe liefert.

Kierspe - Auf der einen Seite müsse man weiter politischen Druck nach oben machen, betont der stellvertretende Fraktionsvorsitze der UWG, Clemens Wieland. Andererseits möchte er eine Art Rechenschafts- und Leistungsbericht des vom ihm so bezeichneten Gesundheitsmanagers – und dies in öffentlicher Sitzung des Hauptausschusses.

Gemeint damit ist die professionelle Hilfe, welche die Stadt für den Bereich der medizinischen Versorgung in Kierspe in Anspruch nimmt und dafür auch bezahlt. Dieser Gesundheitsmanager, seit mehr als zwei Jahren von der Stadt engagiert, soll die Situation analysieren, Hilfestellungen geben und dazu beitragen, dass strukturelle Defizite abgebaut werden.

Die Öffentlichkeit müsse informiert werden, wie aktiv die Kommunalpolitik und die Verwaltung, insbesondere Bürgermeister Frank Emde im Bereich der ärztlichen Versorgung sind, betont Wieland. Der Unabhängige sieht die Arbeit der professionellen Hilfe als nicht abschließend durchgeführt, nennt dazu den noch nicht vollzogenen Wechsel in der Praxis Günther ebenso wie die Nachfolgeregelung bei Dr. Tan, die der Allgemeinmediziner zum großen Teil selbst vollzogen hat, oder auch die Schließung der Praxis Luyken in Rönsahl.

Der Gesundheitsmanager soll daher in die nächste Sitzung des Hauptausschusses eingeladen werden, um über seine Arbeit zu berichten. Mit Blick auf die aktuellen Ereignisse bei den genannten Allgemeinmedizinern und der demografischen Entwicklung in Kierspe dürfe dies nicht nichtöffentlich behandelt werden, sondern müsse von der Politik in die Öffentlichkeit gelangen, meint Clemens Wieland. Schließlich würde in nicht allzu ferner Zukunft die Frage nach Nachfolgern in anderen Arztpraxen anstehen.

Werbung an Studienorten betreiben

Der UWG-Ratsherr spricht sich aber auch gleichzeitig dafür aus, dass „Kierspe anders handeln muss als andere“ und man immer wieder mit kreativen Ideen die Sache angehen müsse. Kierspe sei zwar ein attraktiver Standort und auch im Bereich Tourismus werde viel getan, dennoch stellt Wieland die Frage: „Wer kennt Kierspe?“

Er spricht von einem „Point of study“ und meint damit, dass man in den Universitätsstädten bei den angehenden Medizinern Werbung betreiben, die Attraktivität von Kierspe präsentieren müsse. Zudem vertritt der stellvertretende UWG-Fraktionsvorsitzende die Meinung, dass die Stadt Anreizprämien gewähren soll, damit Ärzte nach Kierspe kommen – und nennt in diesem Zusammenhang die Stadt Werdohl, die solch eine Prämie gewährt.

Man müsse eben wirtschaftliche Anreize schaffen, um die erheblichen Investitionen abzufedern, die eine Neuansiedlung eines Arztes beziehungsweise die Einrichtung einer Praxis erforderten – verbunden mit den Förderungen, die von anderer Seite wie der Kassenärztlichen Vereinigung oder vom Land gewährt werden. Dazu zähle beispielsweise auch der Bereich „Räume“, die man vermitteln oder anbieten könne.

Er kenne auch Möglichkeiten zur Finanzierung solcher Prämien, ohne sie jetzt aber schon genau zu benennen. „Wir müssen jegliche Bestrebung zur Verbesserung der Situation unterstützen“, sagt Clemens Wieland. Dazu zählt auch, den Märkischen Kreis klar aufzufordern, bei seinen Bemühungen und Förderungen die Priorität auf die Peripherie zu legen. Er meint damit, dass Ärzte erst einmal für Rönsahl, Kierspe, Valbert und ähnliche Orte angeworben werden sollen – vor Lüdenscheid, Iserlohn oder Menden.

Auch ungewöhnliche Ideen aufgreifen

Auch wenn die UWG das Thema schon vor zehn Jahren auf den Tisch gebracht habe, so Wieland, so müsse es nicht nur immer wieder behandelt, sondern auch durchaus ungewöhnliche Ideen aufgegriffen werden, um Ärzte nach Kierspe zu holen und die medizinische Versorgung der Menschen in der Volmestadt sicherzustellen.

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