Haftstrafe für Beutezug mit Kran und Körpereinsatz 

KIERSPE/LÜDENSCHEID - Adieu Freiheit: Die nächste Zeit wird ein 31-jähriger Mann hinter Gittern verbringen. Das Lüdenscheider Amtsgericht verurteilte den rumänischen Staatsangehörigen am Donnerstag wegen gemeinschaftlichen Diebstahls in mehreren Fällen zu drei Jahren Gefängnis.

Von Sebastian Schmidt  

Bewährung ist bei einem solchen Strafmaß nicht mehr möglich. Schon bald werden sich also die Gefängnistüren hinter dem Täter schließen. Sein umfassendes Geständnis ersparte ihm aber womöglich eine höhere Strafe – und kürzte das Verfahren dazu erheblich ab. Der Prozess warf dabei auch ein Schlaglicht auf die Praktiken organisierter Einbrecher.

Die Details: Der 31-Jähriger hatte sich im Januar 2013 mit diversen anderen Tätern an insgesamt sechs Einbrüchen beteiligt. Die Tatorte – Firmen wie Privathäuser – lagen dabei im Sauerland, im Münsterland und im Bergischen Land. Betroffen waren auch Häuser in Kierspe und Gummersbach.

Der Angeklagte selbst war indes wohl eher in untergeordneter Funktion mit von der Partie. Seine Komplizen ließen ihn Schmiere stehen oder nahmen ihn mit, weil er wegen seiner geringen Körpergröße auch durch kleine Fenster passte. Vor allem aber wurde er dazu gebraucht, die Beute wegzuschleppen.

Und die war immens. In Privathäusern stahlen die Einbrecher Bargeld, Laptops, Silbermünzen, Schmuck und Kameras. Bei Unternehmen griffen sie wertvolle Metallsortimente ab – Ware, die später in den Niederlanden verkauft werden sollte. Einmal ließen sie gar einen kompletten Tresor mitgehen.

Klar, dass die kriminelle Truppe bei solchen Beutezügen erheblichen Aufwand betreiben musste. So rückten im Schutz der Dunkelheit mitunter sieben Täter mit bis zu drei Fahrzeugen an. Auch ein Kran kam zum Einsatz.

Angesichts dieser Erkenntnisse mutete es doch leicht unglaubwürdig an, dass ein – bereits verurteilter – Mittäter im Zeugenstand aussagte, man habe eigentlich nur „spazieren fahren“ wollen. Da mussten auch die Richter schmunzeln.

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