Die Frau jenseits der 40 rückt in den Fokus

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Nahezu jährlich präsentiert die Kiersper Autorin Ursula Schröder einen neuen Roman. In diesem Jahr ist „Alles auf Anfang, Marie“ beim Verlag dtv erschienen. J

KIERSPE ▪ Wer einen Buchladen betritt, der kann sich an der Umschlaggestaltung schnell orientieren. Fadenkreuz auf dem Cover bedeutet Krimi, blutiges Messer gleich Horror und wenn der Titel rosa daherkommt, dann sollen Frauen und Mädchen zugreifen. Einen Hinweis auf den Inhalt gibt da auch das Cover des neuen Buches der Kiersper Autorin Dagmar Schröder, dass vor einigen Wochen erschienen ist – und sich bei der meist weiblichen Leserschaft großen Interesses erfreut.

„Alles auf Anfang, Marie“ ist der Titel des Werkes, dass vom Verlag dtv, bei dem es erschien, gleich zum Tipp des Monats erklärt wurde. Sicher eine Auszeichnung, denn lediglich ein Buch einer jeden Sparte bekommt bei dem Münchener Verlag diesen Aufdruck – beziehungsweise Aufkleber. Und auch die Presse im deutschsprachigen Raum spart nicht mit Lob. „Dieser Roman lässt es an nichts fehlen: Große Gefühle, geistreicher Humor und eine umwerfende Story – mit dieser wunderbaren Mischung erlebt man wahrlich eine tolle Überraschung. Die Geschichte verführt zum Träumen und ist herrlich turbulent“, schreibt Susann Fleischer auf der Internetplattform „literaturmarkt.info“. Und in der Zeitschrift „Schweizer Familie“ war im September zu lesen: „Ein amüsant und kurzweilig zu lesender Frauenroman der deutschen Autorin Ursula Schröder.“

Zuspruch, der zeigt, dass Schröder mit der Konzentration auf einen neuen Typ der Romanheldin richtig liegt. Waren es in den Anfangsjahren ihres Schaffens eher junge Frauen, die in ihren Büchern die Hauptrollen spielten, sind es in dem im vergangenen Jahr erschienenen Buch „Umzug ins Glück“ und auch bei „Alles auf Anfang, Marie“ eher Frauen jenseits der 40, die amüsant beschrieben ihr Leben meistern und dabei Wege aufzeichnen, die sicher ungewöhnlich aber immer nachvollziehbar bleiben. Überhaupt sind die Protagonisten nie Übermenschen, die ihre Situation mit Leichtigkeit meistern, sondern Menschen mit Kanten und Ecken, Wünschen und Selbstzweifeln.

Als studierte Lehrerin und ausgebildete Industriekauffrau startete Schröder ihre berufliche Laufbahn in der Firma ihres Mannes. Wobei sie auch noch schwerpunktmäßig für die Erziehung und das Wohl von drei Kindern verantwortlich zeichnete.

Später folgte dann der Wechsel zu Werbeagenturen, wo sie als Texterin wirkte. Im Jahr 2000 dann schließlich der Weg in die Selbstständigkeit im Bereich PR.

In einem Urlaub, in dem sie sich für die falsche Lektüre entschieden hatte, reifte der Entschluss, es doch mal mit einem eigenen Buch zu versuchen. „Sicher auch als Gegengewicht zu den meist technisch bestimmten Texten, die ich beruflich verfasse“, erinnert sie sich. 2007 erschien dann mit „Schöner Wohnen mit Mann“ ihr erster Roman bei dtv.

Darauf folgten „Wochenlang kein Schönheitsschlaf“ (2008) und ein Jahr später „Träum schön weiter“.

Die Reihe der Bücher, die von Frauen jenseits der 40 handelt, wird von Schröder noch ausgebaut. Bereits jetzt ist das Buch für 2013 fertig. Aber außer, dass es unter dem Titel „Ausgequakt“ bei dtv erscheinen wird, will Schröder noch nichts verraten. Klar ist aber, dass auch das Cover dieses Buches von der englischen Künstlerin Kate Forrester gestaltet wird, die auch „Alles auf Anfang, Marie“ ein „Gesicht“ gegeben hat. Schröder: „Dass der Verlag mit der Ausrichtung auf Literatur, die Frauen in den 40ern in den Mittelpunkt stellt, richtig liegt, wurde auch auf der Buchmesse in Frankfurt deutlich. Dort habe ich erfahren, dass nahezu alle Verlage unter der Absatzentwicklung stöhnen, dtv kann aber Zuwächse verzeichnen.“

In diesem Verlag ist auch druckfrisch eine Sammlung von Weihnachtsgeschichten unter dem Titel „Schau, wie schön der Christbaum brennt“ erschienen – mit einer Geschichte von Ursula Schröder.

Die Kiersper Autorin bringt im kommenden Jahr auch erstmals ein Buch in einem anderen Verlag heraus. „Ich wollte gerne ein Buch über meinen Glauben schreiben. Allerdings wollte ich mich nicht über Religion lustig machen“, so Schröder. Folgerichtig hat sie sich mit „Brunnen“ einen Verlag gesucht, der diese Richtung seit Jahren bedient. Das neue Werk, dessen Titel noch nicht feststeht, wird dann auch gebunden und nicht als Taschenbuch erscheinen.

Klar ist aber, dass die Autorin trotz des ernsthaften Themas nicht komplett auf den lustigen Unterton verzichten will, der sich durch alle bisherigen Werke zieht, egal ob mit einem rosafarbenen oder einem blauen Bild auf der Umschlagseite. ▪ Johannes Becker

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