Ursel und Gerhard Nowarra lieben ihre zwei Hobbys

Ursel Nowarras Hobby ist das Herrichten von Puppen, die sie dann den Mädchen in der Ukraine spendet.

KIERSPE ▪ Schon von Weitem fallen dem Besucher der Meienbornstraße in Rönsahl die drei großen Windmühlen auf dem Garagendach der Familie Ursel und Gerhard Nowarra auf. Während er sich mit Vorliebe mit Holz beschäftigt, hat Ursel Nowarra das Sammeln und Herrichten von Puppen für einen guten Zweck für sich entdeckt.

Begonnen hatte es bei Ursel Nowarra vor vielen Jahren mit dem Sammeln von Kleidung für die „Kinder von Tschernobyl“. Seit zwei Jahren jedoch hat sie ihren Schwerpunkt auf Puppen gelegt. Sie kaufte sie auf Trödelmärkten, bekam auch welche geschenkt, wusch sie und gab sie bei den Annahmeterminen des Vereins ab. „Manche waren richtig dreckig“, erzählte Ursel Nowarra. „Auch waren sie mit Kugelschreiber bemalt und es machte Arbeit, sie wieder sauber zu bekommen.“ Auf die Idee, Puppen für die Kinder in der Ukraine zu sammeln, kam sie, weil sie selbst viel zu viele Puppen zu Hause hatte und sie zu schade zum Wegwerfen waren.

Auch der Kegelclub ihrer Tochter war von der Idee begeistert, tat sich zusammen und spendete viele Puppen. Nur mit dem Sammeln der Puppen war es nicht getan. Sie mussten noch gesäubert und eingekleidet werden. Pullover und Hosen wurden gestrickt, das machte Ursel Nowarra selbst. Doch die winzig kleinen Strümpfe strickt ihr eine Freundin aus Attendorn. Auf einem Flohmarkt bekam Ursel Nowarra etwa 100 Puppen geschenkt als die Anbieter erfuhren, dass diese für die Kinder von Tschernobyl sein sollten. Auch einen ganzen Sack voll Puppenkleidung erstand sie schon für fünf Euro. Alle von ihr gesammelten Puppen gehen aber nicht auf die weite Reise in die Ukraine. „Manche Puppen gefallen mir nicht, die sind richtig hässlich, die bleiben hier“, verriet Ursel Nowarra. Auch verkaufen will sie sie nicht und das Geld dann in die Ukraine schicken. Für sie ist der Gedanke, dass kleine Mädchen sich über die Puppen freuen und mit ihnen spielen, viel schöner. Freuen würde sich Ursel Nowarra über Puppenspenden, damit sie sie für die „Kinder von Tschernobyl“ herrichten kann. Zu erreichen ist sie unter der Telefonnummer 0 22 69/6 10.

Währen die Frau von Gerhard Nowarra sich mit Puppen beschäftigt, hat er für sich das Basteln mit Holz als sein Hobby gefunden. Seine letzten Arbeiten sind drei Windmühlen, die auf dem Garagendach in der Meienbornstraße in Rönsahl stehen. Als gelernter Handwerkzeugmeister ist er präzises Arbeiten gewohnt und Holz faszinierte ihn schon immer. Eine Drechselbank fristete im Keller ein vergessenes Dasein, bis er eines Jahres vor Weihnachten von Langeweile geplagt war. Ein Trecker mit Anhänger war das Ergebnis der freien Stunden. Dieser gefiel nicht nur seinen Kindern, auch in seiner Bekanntschaft errang er Aufsehen und viele wollten von ihm so ein Teil nachgebaut bekommen. Es war kein einfacher Trecker, den er gebaut hatte. Sein Trecker war lenkbar und dennoch ganz aus Holz gemacht. Nun hatte ihn das Bastelfieber gepackt. Gerhard Nowarra ging durch Geschäfte, sammelte Anregungen und schaute in Kataloge nach schönen Spielsachen. Geholfen hat ihm dabei sein Nachbar Arno Rutz, der ein Geschäft für Holzbearbeitung hatte und der ihm das Abfallholz überließ. Später machte er alles, was aus Holz zu machen war, ob Tulpen für die Fensterbank, Zierleisten vor den Gardinenleisten und sogar kleine Möbel. Vor fünf Jahren begann er dann, seine erste Mühle zu bauen. Als Vorlage diente eine kleines Exemplar, das als Zubehör für Modelleisenbahnen zu erwerben war. Seine Mühle läuft auf Kugellagern und dreht sich um sich selbst, gerade wie der Wind steht. Und weil seine erste Mühle so gut gelungen war, baute er noch zwei weitere, die nun der ersten auf dem Garagendach Gesellschaft leisten. ▪ GeG

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