54 Urnen finden Platz in der neuen Wand

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Stellten die neue Urnenwand vor: Jens Volkenrodt, Klaus Müller und Marco Lange (von links). ▪

KIERSPE ▪ Vor wenigen Jahren waren Urnenbestattungen auf dem Kiersper Friedhof noch die Ausnahme. Doch in Zeiten, in denen die Angehörigen oft weit entfernt wohnen oder die Zeit für eine Grabpflege immer knapper wird, steigt die Nachfrage stark an. Nachdem zwei Urnenwürfel in wenigen Jahren belegt waren, steht nun eine neue Urnenwand bereit.

Um nicht mehr benötigte Grabreihen im unteren Bereich des Friedhofes sinnvoll zu nutzen und nicht noch einen dritten Würfel zu platzieren, entschied sich die Politik im vergangenen Jahr für eine Urnenwand. In den Hang gebaut, verschwindet die neue, 54 Kammern fassende Wand, zu rund 50 Prozent – zumindest von oben betrachtet.

Die aus Mönchengladbach stammende Firma Paul Wolff hatte den Zuschlag für die Errichtung der aus Betonelementen bestehenden Anlage bekommen und mit dem Bau im Juni begonnen. Obwohl erst jetzt die Außenanlagen komplett fertiggestellt wurden, sind bereits die ersten Urnenkammern belegt.

„Es besteht einfach eine sehr große Nachfrage nach dieser Form der Bestattung“, erklärt Klaus Müller vom Sachgebiet Tiefbau, der sich freut, mit der neuen Wand eine Lösung gefunden zu haben, die deutlich weniger Platz beansprucht, als die Würfel, die in der Vergangenheit gebaut wurden. Doch im Grunde kann der städtische Mitarbeiter bereits jetzt über eine Nachfolgelösung nachdenken. Denn spätestens im Herbst des kommenden Jahres werden alle Kammern in der neuen Wand mit Urnen belegt sein. „Für den Haushalt des Jahres 2013 ist bereits eine neue Urnenanlage geplant. Allerdings ist die Art der Ausführung noch unklar“, so Müller.

„Die Angehörigen schätzen diese Form der Bestattung sehr, da die Würfel und auch die Wand immer einen gepflegten Eindruck machen – und das für viele Jahre. Natürlich gibt es auch weiterhin die Möglichkeit einer Erdbestattung der Urne, doch viele Menschen ziehen die Atmosphäre der Bauwerke vor“, schildert Friedhofsgärtner Klaus Volkenrodt seine Erfahrungen.

In den nächsten Wochen wird er noch den Hang hinter der Wand mit weiteren Büschen begrünen und eine Bank aufstellen.

Ursprünglich war geplant, das Bauwerk noch weiter in den Hang zu stellen, doch letztlich entschied man sich gegen eine solche Lösung, um zu verhindern, dass beispielsweise übermütige Kinder oder Jugendliche von dem Hang auf die Mauer springen würden. Außerdem konnte durch die etwas freier stehende Bauweise verhindert werden, dass sich hinter der Mauer Schmutz sammelt, beziehungsweise dieser nun leichter zu entfernen ist.

An den Kosten hat diese Art der Aufstellung allerdings nichts geändert. Insgesamt mussten für die Wand samt Außenanlagen rund 40 000 Euro aufgebracht werden – Geld, dass zum Teil durch die Bestattungskosten wieder zurückkommt.

Johannes Becker

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