KSV-Urgesteine voller Vorfreude auf Schützenfest

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Für Rüdiger Busch (links) und Wolf Heinz ist es wichtig, rund um das Schützenfest einige Traditionen zu bewahren. Dazu gehört für beide auch die Kranzniederlegung am Ehrenmal vor der Margarethenkirche.

Kierspe - Wolf Heinz und Rüdiger Busch sind beide seit rund 60 Jahren im Kiersper Schützenverein (KSV). Spricht man die KSV-Urgesteine auf das nahende Schützenfest an, leuchten ihre Augen noch immer wie vor der ersten Veranstaltung und ein Lächeln huscht über die Gesichter.

„Es ist immer noch eine große Vorfreude da“, sagt Wolf Heinz. Rüdiger Busch ergänzt: „Ich würde meinen Urlaub nie in die Zeit legen, in der ein Schützenfest ansteht. In all den Jahrzehnten musste ich nur 1963 einmal bei einem Fest passen, weil die Bundeswehr bei einer Gefechtsübung nicht auf mich verzichten konnte.“

Zehn Jahre das Kommando geführt

Für das Duo, das Ende des vergangenen Jahrtausends für zehn Jahre die Kommandoführung inne hatte und damit für die Planung und Durchführung der Schützenfeste verantwortlich war, ist die KSV-Veranstaltung noch immer eine ganz besondere. Man habe es in Kiersper besser als in anderen Kommunen geschafft, die Bevölkerung einzubinden. „Nicht umsonst heißt es bei uns ganz bewusst noch immer Schützen- und Volksfest. Wir richten die Veranstaltung nämlich nicht nur für uns, sondern besonders für die Kiersper Bevölkerung aus“, sagt Busch und verweist auf den „Dorfcharakter im positiven Sinne“, rund um die vier Festtage, weshalb auch viele ehemalige Kiersper alle zwei Jahre am vierten Wochenende im August immer wieder gerne in die Volmestadt kämen. „Bei uns sollte jeder mitfeiern, aber keiner muss“, verraten Wolf und Busch ihr Motto.

„Die Ansprüche ändern sich“

Am Programm des langen Schützenfest-Wochenendes habe sich seit den 1950er-Jahren kaum etwas geändert, noch immer werde viel Wert auf traditionelle Rituale wie die Umzüge, den Zapfenstreich oder die Kranzniederlegung am Ehrenmal gelegt. Die inhaltliche Ausgestaltung sei jetzt aber eine ganz andere. „Schließlich ist das Publikum jetzt auch ein ganz anderes, im Durchschnitt kommen viel mehr junge Leute und da ändern sich die Ansprüche vor allem hinsichtlich der Musik“, sagt Heinz. Früher hätten eine Blaskapelle und ein Spielmannszug für Stimmung im Zelt ausgereicht, erinnert sich Busch. „Heute wird deutlich mehr gefordert. Zwar gibt es auf dem Festball anfangs auch immer noch den Königswalzer, aber danach muss es musikalisch richtig krachen“, so Busch.

"Ich hatte Gänsehaut"

Für die ältere Generation ist diese Veränderung aber nicht negativ, findet zumindest Busch. „2013 hatten wir erstmals ,The Rhine Area Pipes and Drums Düsseldorf’ mit ihren Dudelsäcken dabei. Als die Jungs gespielt haben, war das Zelt rappelvoll. Das war einfach nur schön“, sagt der 73-Jährige. „Ich hatte Gänsehaut“, ergänzt Heinz.

Sicherheitsauflagen wurden deutlich erhöht

Die größten Veränderungen hat es aus Sicht von Wolf und Busch rund um die beiden Schießen am Sonntag gegeben. „Die Sicherheitsauflagen sind deutlich erhöht worden. Früher haben wir den Vogel auf eine Holzstange ohne Kugelfang aufgesetzt, da kam die Munition bei einem Fehlschuss erst Hunderte Meter weiter irgendwo runter. Heute ist rund um die Vogelstange alles weiträumig abgesperrt und wir haben fest eingespannte Gewehre, so dass eigentlich nichts passieren kann“, sagt Heinz.

Jetzt nur noch in der „dritten Reihe“

Nach einigen Schützenfesten am Hedberg als Organisatoren an vorderster Front, freuen sich beide in zwei Wochen nun nur noch „in dritter Reihe“ stehen zu müssen. „Wir können uns jetzt aussuchen, an welchen Aktionen wir noch teilnehmen wollen – und vor allem lässt es sich viel entspannter feiern“, sagt Heinz lachend.

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