Unterwegs mit dem SGV Rönsahl

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Auf den Spuren von Rittersleuten und Knappen wandelten die Ferienspielkinder Anfang dieser Woche bei ihrer Wanderfahrt mit dem SGV Rönsahl nach Schloss Burg an der Wupper. ▪

KIERSPE ▪ 17 wissbegierige Kiersper Kinder, die meisten davon im Grundschulalter, waren am späten Nachmittag, da nämlich, als die muntere Truppe mit dem Reisebus wieder in Richtung Heimat fuhr, immer noch nicht so ganz sicher: „Gibt es sie nun noch – oder gibt es sie eben nicht mehr, die tollkühnen Ritter in ihren schweren Rüstungen, die einst auf edlen Pferden durchs Land ritten und ihren Besitz gegen jedweden Feind zu verteidigen wussten?“

Endgültig geklärt schien das jedenfalls immer noch nicht – der Fantasie waren kaum Grenzen gesetzt. Voller Erlebnisse, spannend und unterhaltsam vom ersten bis zum letzten Augenblick nämlich war die Fahrt, die der SGV Rönsahl gemeinsam mit der Stadt Kierspe im Rahmen der diesjährigen Ferienspielaktion organisiert hatte.

Mit dem großen Reisebus ging es ins Bergische Land und zunächst zur Müngstener Brücke, dem mit 107 Metern über dem Boden als höchste stählerne Bogenbaubrücke in Deutschland geltenden imposanten Bauwerk, das in noch heute beeindruckender Weise das Tal der Wupper überspannt.

Gar manches zur Geschichte dieses schon 1897 als ein Meisterwerk deutscher Ingenieurkunst in Dienst gestellten und seitdem von der Bahn genutzten stählernen Riesen und dessen wirtschaftliche wie touristische Bedeutung auch in unseren Tagen erfuhren die Kinder und ihre Betreuer vom SGV beim Bummel durch den vor einigen Jahren dort angelegten Brückenpark.

Nach einer unterwegs eingelegten Rast und der willkommenen Stärkung wuchs die Spannung zusehends, zumal es jetzt nach geglücktem Übersetzen mit der Fähre auf gut begehbaren Wanderwegen in Richtung des eigentlichen Reiseziels, Schloss Burg an der Wupper, ging.

Die dichten Waldungen, in denen eine ganze Reihe von Geschichten spielen, die sich um tapfere Ritter ranken, von alten Adelsgeschlechtern erzählen und eben manchem, was in „grauer Vorzeit“ in deutschen Landen so alles geschehen sein soll.

Bald schon blickte in der Ferne auch die stolze Ritterburg mit ihren imposanten Mauern, vor grauen Jahren hoch oben auf dem Gipfel des höchsten Berges in der Gegend errichtet, von hoher Warte auf die wissbegierige Schar herab. Da konnte auch ein just zu der Zeit, als die Ausflügler aus dem Sauerland mit der Seilbahn hinauf zur Burg unterwegs waren, nieder gehender heftiger Gewitterregen der guten Stimmung kaum Abbruch tun. Zumal das mit den Rittern ja doch irgendwie zu stimmen schien, als die in mittelalterliche Tracht gewandete Burgfrau die kleine Rasselbande in Empfang und mitten hinein nahm ins abenteuerliche Geschehen, so wie sich das zu Zeiten der Ritter und verschiedener Burgherren aus dem Geschlecht der Grafen und Herzöge von Berg wohl abgespielt haben mag.

In kindgerechter Weise erfuhren die Kleinen beim Rundgang durch historische Räume so manches Wissenswerte über geschichtliche Fakten, Baugeschichte und Bedeutung der Burg- und Schlossanlage, durften in Rüstkammer, Rittersaal und Kemenate historische Einrichtungen und Waffen bestaunen, hörten die Geschichte vom Grafen Engelbert, dem Erzbischof von Köln, auf dessen Wirken manches im Bergischen Land zurück zu führen ist. Auch, dass „Ritter von heute“ wochentags zumeist einem „ordentlichen“ Beruf nachgehen müssen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, war den Kindern einigermaßen leicht zu vermitteln. Die Bemerkung, dass der eine oder andere von ihnen dann aber bei entsprechenden Anlässen doch hin und wieder mal die Ritterrüstung überstreift und zumindest äußerlich in alte Verhaltensmuster zurück fallen könnte, entsprach durchaus dem Erwartungspegel der Kinder und regte deren Fantasie zusätzlich an. ▪ cr

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