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Unterwassertraining für Hunde

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Von: Johannes Becker

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Bo, der 15 Jahre alte Jack-Russel-Terrier von Lea Volkmann, genießt die Trainingseinheit auf dem Unterwasser-Laufband. Insgesamt nutzen derzeit rund 25 Tierbesitzer dieses Angebot pro Woche.
Bo, der 15 Jahre alte Jack-Russel-Terrier von Lea Volkmann, genießt die Trainingseinheit auf dem Unterwasser-Laufband. Insgesamt nutzen derzeit rund 25 Tierbesitzer dieses Angebot pro Woche. © Lea Volkmann

„Nach drei bis fünf Minuten sind die Hunde so ausgepowert, dann ist erst mal Schluss“, erzählt Susann Schauerte. Die zukünftige Hunde-Physiotherapeutin arbeitet in der Tierheilkundepraxis von Lea Volkmann in Kierspe – und bedient dort vor allem das neue Unterwasser-Laufband für Hunde. 

Kierspe - Denn dieses Band, von dem es nicht viele in der Umgebung gibt, ist rechtzeitig zum Umzug der Praxis von Lea Volkmann eingetroffen und erfreut sich bei den vierbeinigen Patienten und vor allem bei deren Besitzern großer Beliebtheit.

Dass sich die Praxis der Kiersperin so schnell entwickeln würde, dass sie nun bereits erneut umziehen musste, um mehr Platz zu finden, damit hatte Volkmann selbst nicht gerechnet.

Von 2017 bis 2019 war sie mobil unterwegs. Das bot sich auch damals an, da ihre Kunden in erster Linie Pferdebesitzer waren und diese üblicherweise nicht in die Praxis kommen. Doch das sollte sich schnell ändern und so entstand der Wunsch nach einer eigenen Praxis mit Behandlungsräumen. Diesen erfüllte sich die Kiersperin im Januar 2020. Ausgerechnet! Denn die Flyer mit der neuen Anschrift waren gerade erst gedruckt, da war plötzlich alles anders. Corona, wenn auch nur in Ausnahmefällen auf Tiere übertragbar, machte auch Volkmann zu schaffen.

Mit selbstgenähten Masken und einem Hygienekonzept steuerte die Kiersperin gegen. Schnell war klar, dass nur noch ein Tierbesitzer mit in die Behandlungsräume durfte. „Das war am Anfang nicht immer ganz einfach zu vermitteln, aber im Großen und Ganzen hatten die Leute Verständnis“, erinnert sich Volkmann.

Lea Volkmann und ihre Mitarbeiterin Susann Schauerte (rechts) bieten nun auch Behandlungen mit dem Unterwasser-Laufband an.
Lea Volkmann und ihre Mitarbeiterin Susann Schauerte (rechts) bieten nun auch Behandlungen mit dem Unterwasser-Laufband an. © Becker, Johannes

Doch die Pandemie brachte auch Vorteile, denn immer mehr Menschen kauften sich ein Haustier, um dem Alleinsein zu entfliehen. Schnell war der Markt im Land leer gefegt und Straßenhunde, die im Ausland vor dem Tod oder einem schrecklichen Schicksal gerettet wurden, gerieten ins Blickfeld derer, die sich einen Hund anschaffen wollten.

„Viele dieser Hunde bringen eine Vorgeschichte mit. Meist ist dann auch der Bewegungsapparat betroffen. Ich schätze, dass von zehn dieser Hunde, sechs ein echtes Problem haben“, erzählt Volkmann. Auch die hohen Preise für Rassehunde hätten eine Rolle gespielt. „Kostete vor der Pandemie ein schwarzer Labrador-Welpe zwischen 1000 und 2000 Euro, mussten im vergangenen Jahr 3000 Euro und mehr auf den Tisch gelegt werden. Gleiches galt für alle beliebten Rassen wie etwa auch für die Französische Bulldogge“, berichtet die Kiersperin.

Dieser Zuwachs an Neuhundebesitzern und die zunehmende Bekanntheit der Tierheilkundlerin führten dazu, dass die Hunde immer mehr in den Fokus rückten und die Tierbesitzer auch nach einem größeren Behandlungsspektrum suchten. So erfolgte in diesem Monat der Umzug von der Waldheimstraße an die Friedrich-Ebert-Straße, wo nun auch das Unterwasser-Laufband seinen Platz gefunden hat. Volkmann: „Das ist eine gute Ergänzung zur manuellen Therapie. Vor allem Hunde mit Arthrose können sich im Wasser schmerzfrei bewegen.“ Rund 25 Hundebesitzer würden diese Behandlung ihren Tieren derzeit pro Woche gönnen. Wobei das nasse Training nicht ganz preiswert ist. 25 bis 30 Euro kostet das „Fitnessprogramm“. Dafür wird aber auch jedes Mal das Wasser komplett gewechselt und eine Therapeutin überwacht und steuert die Behandlung. Außerdem, so berichtet die Kiersperin, würden die Kosten von den Tier-Krankenversicherungen, die immer beliebter würden, getragen – zumindest dann, wenn die Behandlung verordnet wurde.

Nach Angaben von Lea Volkmann gibt es von diesen Bändern nicht viele im Umkreis. So wisse sie nur noch von einem weiteren im Südkreis und zwei Laufbändern im Nordkreis. Das erklärt wohl auch, warum eine Hundesportgruppe (Agility) nun regelmäßig mit ihren Hunden in die Praxis in Kierspe kommt. „Früher sind diese Hundebesitzer für diese Anwendung bis Siegen gefahren“, sagt Volkmann. Doch auch, wenn diese Hundebesitzer den Service in der Nähe schätzen, kämen viele Patienten mit ihren Besitzern aus entfernteren Kommunen. Tierphysiotherapeutin Volkmann: „Die meisten kommen aus dem Südkreis, aber ich habe auch Patienten aus Hagen, Remscheid, Gummersbach und Marienheide.“

Ausbildung

Lea Volkmann ist gelernte Tiermedizinische Fachangestellte. Später absolvierte sie die Ausbildung zur Tier-Physiotherapeutin und zur Tier-Osteopathin. Seit November des vergangenen Jahres ist sie auch Tier-Heilpraktikerin. Mittlerweile bildet Lea Volkmann in Zusammenarbeit mit einer Tierärztin auch Hunde-Physiotherapeuten aus. Diese Ausbildung läuft berufebegleitend und dauert zwei Jahre, wobei die Teilnehmer an einem Wochenende im Monat unterrichtet werden.

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