Unterstützung für Menschen mit psychischen Problemen

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Das Team des Sozialwerks, das seit drei Jahren vor Ort tätig ist, freut sich über die Neueröffnung des Pluspunktes an der Kölner Straße. „Wir machen was“ heißt es auf dem Plakat, das Thorsten Garske, Silke Döhring und Martina Labbert hier präsentieren. ▪

KIERSPE ▪ Neu, frisch und ungewöhnlich präsentiert sich das Sozialwerk St. Georg ebenfalls innerhalb des Märkischen Kreises, so auch mit der Niederlassung in Kierspe, die jetzt an der Kölner Straße zu finden ist und damit viel zentraler liegt als bisher an der Wehestraße. „Wir wollten stärker in die Mitte der Gesellschaft rücken“, macht Fachleiter Thorsten Garske aufmerksam. Die neuen Räume sind hell und wirken freundlich und einladend. Die Arbeit vor Ort wird dadurch offener und transparenter.

„Pluspunkt St. Georg“ heißen jetzt die Anlaufstellen für Menschen in sozialen Notlagen. Und alle 17 Standorte in Westfalen-Süd haben ein einheitliches Auftreten. Man erkennt sie an dem roten Mosaikstreifen mit einem Plus und einem Punkt. Die Niederlassung im ehemaligen Schuhgeschäft Neumann, später Biehn, teilt sich auf in einen Treff- und einen Kreativbereich, wo Kunstprojekte umgesetzt und gehandwerkt werden kann.

Unter den Kunden des Sozialwerks finden sich Menschen aus allen Schichten und Berufen, ehemalige Finanzbeamte genauso wie Diplomingenieure. Sie alle haben sich an die Einrichtung gewandt, um Hilfe und Unterstützung zu bekommen. Ursache sind häufig die zugenommenen Belastungen in Beruf und Alltag. In vielen Familien finden sich heute Menschen mit Depressionen und Ängsten. Sie können das Kontakt- und Beratungsangebot des Sozialwerks, das seit drei Jahren in Kierspe tätig ist, in Anspruch nehmen.

„Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung leben häufig noch immer im Abseits der Gesellschaft. Und fast jeder kennt jemanden, der betroffen ist“, weiß Garske und fährt fort: „Viele fühlen sich verlassen, werden verlassen, sind isoliert und müssen mit Vorurteilen kämpfen.“ Der Pluspunkt St. Georg in Kierspe setzte genau da an – und das kostenfrei und unbürokratisch. Er biete Menschen einen Ankerpunkt und einen Ausweg aus der Einsamkeit und Isolation. Begegnung mit anderen, verstehende Beratung und Begleitung im Alltag zeichnen das Kontakt- und Beratungsangebot des Sozialwerks aus.

„Die Pluspunkte sind aber noch mehr“, so Garske weiter, sie seien vor allem eine erste Anlaufstelle. Betroffenen können sich dort melden, wenn sie Fragen zum Auszug aus einer Wohneinrichtung, zum Betreuungsrecht oder zum persönlichen Budget haben. „Wir können ihnen aber auch helfen bei Anträgen auf Eingliederungshilfe oder Grundsicherung. Es geht zudem um psychosoziale Themen, um Antworten auf eine Suchterkrankung oder seelischen Beeinträchtigung“, erklärt der Fachleiter.

Letztlich konzentriere sich die Arbeit vor Ort auf drei Angebote: So gibt es ein regelmäßiges tagesstrukturierendes Angebot für Menschen, die sich erst einmal wieder orientieren und Fuß fassen müssen. Aus dem Grund stehen sie aktuell auch nicht für den Arbeitsmarkt zur Verfügung. Sie treffen sich viermal pro Woche an der Kölner Straße. Als zweites gibt es das Beratungsangebot und außerdem seien die Pluspunkte Anlaufstellen des ambulant betreuten Wohnens im Märkischen Kreis.

Damit wendet sich das Sozialwerk St. Georg an Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen, weil sie alt, krank oder behindert sind, allein zuhause nicht mehr klar kommen. Es handelt sich um Personen mit einem sogenannten Assistenzbedarf. Möglich ist genauso eine vorübergehende Betreuung, wie Garske betont. Neben ihm sind im Pluspunkt in Kierspe noch Silke Döhring, Martina Labbert und Jan-Simon König tätig. Zurzeit werden zehn Personen im häuslichen Umfeld betreut und 20 im Bereich Tagesstruktur.

Nicht zu vergessen ist noch eine andere Einrichtung des Sozialwerks, das am Drosselweg und an der Kölner Straße zwei Wohneinrichtungen für die stationäre Unterbringung unterhält, was jedoch ein ganz anderer Zweig ist. Das Sozialwerk St. Georg besteht seit rund 60 Jahren. Es ist einer der größten Anbieter der Behindertenhilfe in Nordrhein-Westfalen, das unterteilt ist in die Gebiete Westfalen-Nord, Ruhrgebiet und Westfalen-Süd. Letzterer Bereich, in dem insgesamt 1000 Menschen von rund 600 Mitarbeitern versorgt werden, gliedert sich in den Märkischen Kreis, Hochsauerlandkreis, Kreis Olpe, Gummersbach und Siegen-Wittgenstein.

Rolf Haase

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