Kinder vergeben Smileys und Blitze für die Schule

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Mit Smileys, Blitzen und Fragezeichen konnten die Kinder auf den Plänen der Pestalozzischule verschiedene Bereiche kennzeichnen.

KIERSPE - Die Stadt Kierspe investiert im Rahmen ihrer Möglichkeiten viel in die Erhaltung ihrer Schulen. So wurden an der Pestalozzischule in den vergangenen Jahren unter anderem Fenster ausgetauscht und Außenwände gedämmt. Doch den Schülern fallen ganz andere Mängel auf. Und diese haben sie nun sichtbar gemacht. Mit dem Thema haben sich jetzt die Kinder im Rahmen des Projektes „Architektur macht Schule“ beschäftigt.

Von Johannes Becker

Manchmal würde schon ein Eimer Farbe reichen oder das Umgestalten einer Vitrine, damit sich die Schüler in ihrem Gebäude, in dem sie jeden Tag etliche Stunden verbringen, wohler fühlen. Das war eines der Ergebnisse, die das Projekt „Architektur macht Schule“ geliefert hat. Die Kiersper Architektin Dagmar Däumer hatte sich viel Zeit genommen, um die Kinder der Klasse 2a mit den Plänen der Pestalozzischule vertraut zu machen. „Die Kinder haben sich erstaunlich schnell in den Zeichnungen zurechtgefunden und konnten schon bald ihren Klassenraum finden und auch andere Räume identifizieren“, berichtete Däumer.

Doch diese „Planstudien“ waren nur ein Teil des Projektes, das in den vergangenen Wochen stattfand. Denn nach der Theorie folgte die Praxis. Aufgeteilt in Gruppen machten sich die 27 Schüler mit Referendarinnen, ihrer Klassenlehrerin Manuela Balke und der Architektin auf den Weg durch das Gebäude, um sich alles genau anzuschauen und dabei auch auf die Stellen aufmerksam machen zu können, die ihnen nicht so gut gefallen. Auf den Plänen gab es dann Smileys für die Bereiche, die ihnen besonders gut gefielen, Blitze für Stellen, an denen die Kleinen dringenden Handlungsbedarf sahen und Fragezeichen für die Bereiche, die für die Kinder als „undefiniert“ galten.

Klassenräume, Küche und die neue Bibliothek bekamen einen Smiley. Für Bereiche – vor allem an den Flurwänden und in den Toilettenanlagen – an denen es unansehnlich war, gab es Blitze. Da reicht manchmal schon neue Farbe, um den Wohlfühlfaktor zu stärken. Damit diese auch bezahlt werden kann, spendete die Kiersper UWG gestern 500 Euro, die von Inge Rittinghaus und Dennis Eckes übergeben wurden. „Wobei wir uns über weitere Spender natürlich sehr freuen“, erklärte Mauela Balke.

Ganz ohne Geldeinsatz konnte eine „Blitzstelle“ bereits beseitigt werden. Die Kinder hatten sich an den ausgestopften Tieren in einer Vitrine „gestoßen“. Die Exponate machten nach Jahrzehnten der Nutzung einen ramponierten Eindruck, bei einigen der Tiere schauten die Drähte von der Präparation bereits aus dem Fell. „Die Vitrinen wurden von uns ausgeräumt und die Tiere aus dem Sichtfeld der Kinder entfernt“, konnte Schulleiter Thomas Block gestern bereits Vollzug melden.

„Wir wollen mit dem Projekt das Gespür der Kinder für die Qualität ihrer Umwelt stärken und das Bewusstsein für Baukultur schärfen“, erzählte Däumer, die die gemeinsame Arbeit auch bei der Architektenkammer einreichen möchte. Diese hat bereits in den vergangenen Jahren ähnliche Projekte begleitet. Balke: „Für uns ist es wichtig, dass wir das Lernen attraktiver gestalten können. Auch möchten wir, dass die Kinder erkennen, dass sie an den Prozessen, die zu einem besseren Lernumfeld führen, mitarbeiten können.“

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