Kierspe wehrt sich gegen MVG-Pläne

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Mehr als 650 Unterschriften konnten durch die Online-Petition und Unterschriftenlisten für den Erhalt der Buslinie 59 im Volmetal gesammelt werden. Initiator Kis Dittmann (links) überreicht diese an den Beigeordneten Olaf Stelse.

Kierspe - Sie hat hohe Wellen geschlagen, die Ankündigung der MVG, die Linie 59 zu streichen und damit nur noch im Stundentakt Busse durchs Volmetal fahren zu lassen.

Diese Wellen münden in einem doppelten deutlichen Signal an den Märkischen Kreis und die Märkische Verkehrsgesellschaft: Am Dienstag wurde vom Rat der Stadt Kierspe einstimmig eine Resolution verabschiedet, die an den Text der Online-Petition, die Kis Dittmann initiiert hatte (MZ berichtete), angepasst wurde:

„Der Rat der Stadt Kierspe begehrt vom Märkischen Kreis die Aufrechterhaltung der aktuellen ÖPNV-Verbindungen für die Bewohnerinnen und Bewohner des Volmetals. Hintergrund der Resolution ist die beabsichtigte deutliche Einschränkung der Mobilität im Volmetal durch die Ausdünnung des Fahrplanes bei Streichung der Linie 59. Auch wenn ab Dezember 2019 ein stündlicher Takt der RB 25 vorgesehen ist, so ist es für die Bewohnerinnen und Bewohner des Volmetals, zwischen den Haltepunkten der RB, nur mit langen Wartezeiten möglich, den ÖPNV zu nutzen. In Anbetracht der derzeitigen Klimaschutzdebatten sowie dem beschlossenen Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung – Stichwort attraktiver Öffentlicher Nahverkehr – ist die Fortführung der Angebote der Linie 59 mehr als opportun.“

Diese Resolution wird nicht nur die sechs Unterschriften der Kiersper Ratsfraktion enthalten, sondern auch sozusagen mit mehr als 700 Unterschriften – so viele waren es am Dienstagabend – unterstützt. Einen Teil davon hat Beigeordneter Olaf Stelse bereits entgegengenommen. Den Rest der Unterschriftenlisten will Kis Dittmann heute überreichen. Beides, Resolution und Petition, geht dann auf den Weg nach Lüdenscheid ins Kreishaus.

Was bedeutet, dass sich der Kreistag und seine Gremien mit dieser Thematik beschäftigen müssen. Allerdings werde dies nicht mehr vor dem 3. Februar 2020 gelingen, wenn die Fahrplan in Kraft treten und die Verlängerung des Linienbusverkehrs im Volmetal auf einen Stundentakt durchgeführt werden soll. Darauf wies Markus Pempe (CDU) in der Ratssitzung hin, der nach eigener Aussage deswegen lange Telefonate mit Verantwortlichen der MVG geführt habe.

Denn erst im März des kommenden Jahres werde der Kreistag des Märkischen Kreises wieder tagen. Für die letzte Sitzung in diesem Jahr sei es zu spät, das Thema könne nicht mehr auf die Tagesordnung kommen und nicht von den zuständigen Gremien beraten werden. Es bleibe aber die Hoffnung, dass im Nachgang, wie es Markus Pempe ausdrückte, beispielsweise ein Probebetrieb für die Linie 59 kommen könnte. „Wenn das so kommt, sollten aber auch alle, die unterschrieben haben, mit dem Bus fahren“, meinte der Ratsherr, der sowohl die Resolution als auch die Online-Petition als „gute Sache“ bezeichnete. Dem pflichteten Sprecher aller Fraktionen bei, mehr noch: Clemens Wieland (UWG) machte deutlich, dass es nicht um einen einjährigen Probebetrieb gehe, sondern vielmehr darum, dass die Buslinie 59 nicht eingestellt werden dürfe. „Volle Unterstützung“ sagte Armin Jung (FDP) zu. Auch Oliver Busch (SPD) zeigte sich ein wenig stolz, sich für die Interessen, auch als Vertreter des Stadtrats, der Kiersper Bürger einsetzen zu können. Unterschriften auf der Online-Petition dürfte es auch von allen Ratsmitgliedern geben.

Nur noch stündlich:

Diese Haltestellen sind von Buslinien-Änderungen ab 3. Februar 2020 betroffen:  In Lüdenscheid: Brügge Bahnhof, Schlade, Ahelle, Aheller Hammer. In Halver: Oberbrügge. In Kierspe: Rhadermühle, Haus Bremer, Grote+Brocksieper, Bollwerk, Bollwerkstraße, Beckinghauser Weg, Hüttebruch, Vollme Bahnhof, Vollme Jubach, Wilmersberg, Vorth, Grünenbaum, Freie Schule, Schleifkotten, Kierspe ZOB, Hinterste Berg, Neuebrücke. In Meinerzhagen: Weißenpferd, Ölmühle, Sägewerk, Sparkasse, ZOB.

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