Unternehmen wollen Flüchtlinge integrieren

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Frauke Baader-Vollmann, Jutta Wrona und Nils Dietrich (von links) berichteten über die Erfahrungen heimischer Unternehmen, die Flüchtlinge eingestellt haben.

Kierspe - Positiv bewertet Karin Schmid-Essing vom Arbeitskreis für Flüchtlinge die Informationsveranstaltung zur Situation von Flüchtlingen im Märkischen Kreis und zu Möglichkeiten ihrer schnellen Eingliederung in den Arbeitsmarkt, die am Dienstag im Hand in Hand stattfand.

Eine gemeinsame Bilanz wollen der Arbeitskreis und der Verein „Menschen helfen Menschen“ aber erst am Freitag ziehen, da zurzeit die Unterbringung von weiteren Asylsuchenden Vorrang habe.

„Wir haben viele Informationen und Anstöße erhalten, neue Ansprechpartner kennengelernt, die uns unsere Arbeit erleichtern könnten“, zog Schmid-Essing ein erstes Fazit. Neben den Mitarbeitern der Arbeitskreise für Flüchtlinge aller vier Volmekommunen sowie vom Verein „Menschen helfen Menschen“ nahmen Vertreter der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK), des Kommunalen Integrationszentrums, der Ausländerbehörde, der Agentur für Arbeit und des Jobcenters sowie zahlreicher heimischer Unternehmen an der Veranstaltung teil.

SIHK-Präsident Harald Rutenbeck machte deutlich, dass die Unternehmen der Region ihren Beitrag zur Integration leisten wollten, man aber nur gemeinsam mit den Politikern unkomplizierte pragmatische Wege finden könne, Integrationshemmnisse abzubauen und die schnelle Eingliederung von Flüchtlingen voranzutreiben.

Zu den Angeboten der SIHK für eine bessere Integration gehört unter anderem die Beratung und Information von Betrieben, die Unterstützung bei der beruflichen Orientierung und Existenzgründung sowie bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, die Vermittlung in Einstiegsqualifizierungen und Ausbildung.

SIHK-Mitarbeiterin Pauline Henne informierte außerdem über ein Pilotprojekt, das die Handelskammer gemeinsam mit der Stadt Hagen für 16 junge Flüchtlinge mit sicherer Bleibeperspektive und Deutschvorkenntnissen aus elf Nationen in der nächsten Woche in ihrem Bildungszentrum starten wird. Ziel ist die Kompetenzfeststellung und die Vermittlung in ein dreimonatiges Betriebspraktikum. Dabei müssen die Teilnehmer einen vierwöchigen Sprachkurs und einen zweiwöchigen berufspraktischen Lehrgang absolvieren. Im Anschluss erhalten sie und die Betriebe im Rahmen des Praktikums Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen.

Das neue Gesetz zur Einstufung weiterer Staaten als sichere Herkunftsländer und zur Erleichterung des Arbeitsmarktzuganges, das im November in Kraft tritt, wurde den Teilnehmern von Achim Schirmer von der Ausländerbehörde und Jörg Schuhmacher, Migrationsbeauftragter der Agentur für Arbeit, sowie Renate Holke vom Jobcenter Märkischer Kreis erläutert. Bernd Grunwald stellte die Arbeit des im Dezember in Lüdenscheid gegründeten Kommunalen Integrationszentrums vor, das durch die Ministerien für Weiterbildung und Schule sowie Arbeit, Integration und Soziales gefördert wird. Es hat die Aufgabe, Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien in Zusammenarbeit mit den Bildungseinrichtungen des Kreises zu verbessern sowie die vielfältigen Initiativen und Projekte zu koordinieren.

Drei Beispiele aus der Praxis mit durchweg positiven Bewertungen lieferten zum Abschluss Mitarbeiter heimischer Firmen, die Flüchtlinge eingestellt haben und von ihren Erfahrungen aus der Zusammenarbeit berichteten.

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