Geld aus China für Kiersper Know-How

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Martin Witulski (hinten) beim Rundgang in der Spritzgießerei: Am Donnerstag kündigte er deren Ausbau an.

KIERSPE - Normalerweise schrillen bei Mitarbeitern die Alarmglocken, wenn sich ein chinesischer Investor die eigene Firma einverleibt. Ganz anders ist das offenbar im Fall des Kunststoffunternehmens SuK mit Sitz am Kiersperhagen – zumal dort kein gesichtsloser reiner Geldgeber, sondern ein gut aufgestelltes, börsennotiertes Unternehmen einsteigt:

Von Frank Zacharias

SuK-Geschäftsführer Martin Witulski bestätigte am Donnerstag auf Anfrage der MZ, dass die Firma Luxshare aus Kunshan bei Shanghai ab sofort 100-prozentiger Gesellschafter des rasant wachsenden Unternehmens ist.

Mit 30 000 Mitarbeitern und namhaften Kunden wie Apple sei Luxshare insbesondere auf dem Markt der Kabelkonfektion beheimatet, so Witulski, für den der Konzern kein Unbekannter ist: SuK habe für Luxshare bereits Werkzeuge produziert und daher schon länger mit dem Kiersper Unternehmen in Verbindung gestanden. Das Engagement der Chinesen habe unterschiedliche Gründe: „Zum einen war die Nachfolgeregelung unklar“, sagt Martin Witulski, der seine Firma auch langfristig in guten Händen wissen will. Bis es so weit ist, bleibt er jedoch alleiniger Geschäftsführer von SuK – darauf habe er in den Verhandlungen mit Luxshare Wert gelegt. Zum anderen erlaube das Engagement SuK, künftig als globaler Anbieter aufzutreten. „Es gibt Unternehmen, die Aufträge global vergeben – und zwar nur an Firmen, die auch global produzieren können. Kunststoffteile aus China nach Europa und andersherum zu liefern, ist viel zu teuer. Jetzt sind wir sowohl in Europa als auch in Asien gut aufgestellt“, sagt Witulski.

Und das soll sich auch positiv auf den Kiersper Standort auswirken: „Mit dem neuen Gesellschafter kommt auch Geld, das wir aufgrund eines hohen Investitionsbedarfs benötigen.“ So kündigte der Geschäftsführer am Donnerstag bereits die nächste Ausbaustufe auf der Fläche in Kiersperhagen an. Die neuen Fertigungshallen mit 2800 Quadratmetern, die SuK erst vor zweieinhalb Jahren bezog (wir berichteten), sollen Mitte 2014 um weitere 1250 Quadratmeter für die Spritzgießerei erweitert werden. Ein Projekt, das den rasanten Wachstum der Firma widerspiegelt: Verfügte das ursprünglich Bergneustädter Unternehmen beim Geschäftsführerwechsel 2007 noch über 16 Mitarbeiter, zählt es mittlerweile etwa 110. Der Umsatz stieg in dieser Zeit von 1,6 auf mehr als 15 Millionen Euro – und ein Ende ist nicht in Sicht. „Für 2016 rechnen wir mit einem Umsatz von über 20 Millionen Euro“, sagt Martin Witulski. Und Investitionen in den Kiersper Standort werden weiterhin möglich sein, schließlich hat sich SuK neben den bereits bebauten 2800 Quadratmetern eine großzügige Erweiterungsfläche gesichert: 11 500 Quadratmeter stehen noch zur Verfügung.

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