Vier Cellisten und ein Puppenspieler

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Wusste mit einem unterhaltsamen und abwechslungsreichen Kammerkonzertabend in der Historischen Brennerei zu gefallen: das von dem Meinerzhagener Musiker Johannes Oesterlee (Zweiter von links) gegründete „Mahagonny-Cello-Quartett“. –

RÖNSAHL – Gar keine Frage: Das, was den zahlreich erschienenen Besuchern beim jüngsten von KuK, dem Verein für Kommunikation und Kultur in Kierspe und Meinerzhagen, am Freitagabend in der Historischen Brennerei Rönsahl arrangierten Konzertabend geboten wurde, fiel durchaus aus dem Rahmen des Gewohnten. Von Rainer Crummenerl

Wann nämlich wäre es je vorgekommen, dass niemand aus der Riege der Instrumentalisten während der gesamten Vorstellung auch nur ein einziges Wort gesprochen, sich mit einführenden Worten an die Zuhörerschaft gewandt oder auch mit seinen Musikerkollegen kommuniziert hätte? Dies war – wie sich schon vor dem eigentlichen Konzertbeginn herausstellte – in der Tat auch gar nicht vorgesehen, geschweige denn erforderlich. Was die Kommunikation untereinander betraf, so verstanden sich die vier Cellisten des Frankfurter Opernorchesters, die als „Mahagonny-Cello-Quartett“ viel unterwegs sind, auch ohne das gesprochene Wort nahezu blind.

Der aus Meinerzhagen stammende Bandleader Johannes Oesterlee, Sabine Krams, Florian Fischer und Philipp Bosbach hatten zudem drei gleichermaßen ungewöhnliche wie unverzichtbare Mitstreiter: den Puppenspieler Thomas Korte und dessen Helfer, den vorwitzig- kecken Putzlappen Leppo und Beppo, den vielseitig begabten Detektiv. Und was die Moderation des Abends betraf, so war diese bei den genannten Protagonisten in besten Händen. War da doch vor allem der sprechende Putzlappen Leppo, der – von denen in seiner wichtigen Funktion als Saubermann scheinbar verkannt – mit den Cellisten auf der Bühne ständig im Clinch lag und dies auch entsprechend kundtat.

Von der „Königin der Nacht“ bis zum „Rosaroten Panther“

Mal als Möchtegern-Rocker aktiv, ein anderes Mal als Selbstdarsteller beim „Saubermachen“ („...lasst es krachen, es geht euch einen Dreck an, was ich mit meinem Dreck kann“) wusste Leppo die Lacher stets auf seiner Seite. Wie auch, als der kecke Putzlappen den ach so unbedarften Musikern irgendwann die Freundschaft kündigte. „Jetzt ist (G-K)rieg angesagt“ war für das Quartett gleichzeitig der Ansatz, mit Edvard Griegs „In the Hall of the Mountain King“ einen den musikalischen Höhepunkte aufzutischen.

Weit gespannt, und immer wieder vom verdienten Szenenbeifall begleitet, war der Bogen des außergewöhnlichen Kammerkonzerts, der von der stimmungsvollen Arie „Die Königin der Nacht“ aus Mozarts „Zauberflöte“, bis hin zu musikalischen Szenen aus der „Love Story“ und Leonhard Bernsteins „America“ reichte. Unter anderem ließen die Cellisten auch den „Rosaroten Panther“ auf die musikalische Bühne hüpfen und boten auch weiteren bekannten Melodien aus Operette und Chanson viel Raum. So war dann zum Abschluss eines beeindruckenden Konzertabends auch der Wunsch des Publikums nach einer „Zugabe“ nur zu verständlich.

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