Emporenkonzert: Zwei Kiersper für den Kirchturm

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Andreas Koch hatte mehrere Stücke zusammen mit Michael Bischof für die Besetzung Gitarre mit Orgel adaptiert. - Fotos: Negel-Täuber

Kierspe -  Mit dem Emporenkonzert am späten Sonntagnachmittag endete die Reihe der Benefizkonzerte in der Margarethenkirche. Andreas Koch mit der Gitarre und Michael Bischof an der Orgel setzten damit einen Schlusspunkt unter die vielfältigen Anstrengungen, auch mit musikalischen Mitteln zur Renovierung des Kirchturms beizutragen.

Von Birgitta Negel-Täuber

Für viele Kiersper war es auch eine Gelegenheit zum Wiedersehen und -hören von Michael Bischof. Der frühere Kirchenmusiker der St. Josef-Gemeinde hatte bereits am Vortag mit Andreas Koch zusammen in Waldbröl konzertiert. Bei intensiven Proben hatten die beiden die gemeinsamen Programmteile für die Besetzung Orgel und Gitarre bearbeitet. Um den Zuhörern die Sicht auf die Musiker zu ermöglichen, saß auch das Publikum auf der Empore.

Den Auftakt machte Michael Bischof mit der „Batallia Imperial“ des spanischen Barockkomponisten Juan Cabanilles (1644 bis 1712). Er habe das Stück selbst erst in Vorbereitung auf das Konzert kennengelernt, sagte Bischof in seiner Einführung und verwies dabei auf die Besonderheit der „Batallia“: „Nach diesem Stück wissen Sie alle, wie sich C-Dur auf der Orgel anhört.“ Minimalistisch, aber imposant hatte der Komponist diesen Akkord in Szene gesetzt.

Weitaus bekannter war das Vivaldi-Konzert in den Sätzen Allegro, Andante Largo und Allegro, das Vivaldi für Laute und Streichensemble geschrieben hatte. Vor allem im ersten Satz überzeugte die Adaption der beiden Künstler in den zarten, zurückgenommenen Orgel-Klängen, die die Gitarre begleiteten, ohne sie zu erschlagen.

Zwei weitere Orgel-Soli, ein Praeludium in g-Moll von Franz Tunder (1614 bis 1667) und „Pasacalles“ von Juan Cabanilles, gestaltete Michael Bischof an den zwei Manualen und 20 Registern der Roetzel-Orgel.

Den zweiten Teil dominierten, neben dem volksliedhaft schlichten Villancico und einer Berceuse von Agustin Barríos Mangoré (1885 bis 1944), zwei Paradestücke für klassische Gitarre. Andreas Koch spielte das Adagio aus „Concierto de Aranjuez“ von Joaquin Rodrigo (1901 bis 1999), in der Originalversion ein Konzert für Gitarre und Orchester.

In diesem Satz in h-Moll gibt Rodrigo dem Schmerz über den Tod seines Kindes Ausdruck, aber auch der Hoffnung auf die Auferstehung. Die nicht minder bekannte „Fantasia para un Gentilhombre“ ist eine Hommage an den spanischen Gitarristen Andrés Segovia.

Segovia war „die Gitarre des 20. Jahrhunderts, eine Inspiration für uns alle,“ wie Andreas Koch formulierte. Die energiegeladene „Danza de las hachas“ beendete das Programm, mit stehendem Applaus bedankte sich das Publikum bei den Musikern. Die hatten „noch eine Kleinigkeit“. Als Zugabe spielten sie das „Ave Maria“ von Charles Gounod.

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