„Unter Gottes Schirm“ ist in dieser Woche das Motto

Friedhelm Fastenrath mit dem von ihm gebauten Modell der Kirche. Der Dachreiter existiert inzwischen nicht mehr.

KIERSPE ▪ Das Leitthema beim 60-jährigen Jubiläum der Christuskirche hieß „Unter Gottes Schirm“. Regenschirme mit dem Jubiläums-Logo der Christuskirche fanden daher vielfach Verwendung beim Festgottesdienst mit Pfarrer Rainer Fröhlich. Und vor Regen schützten die Schirme auch.

Gestaltet wurde er vom Posaunenchor und dem Chor der landeskirchlichen Gemeinschaft Kierspe-Bahnhof. „Wir sind die Kleinen in den Gemeinden“, sangen die Kinder vom evangelischen Kindergarten Villa Regenbogen. Nach ihrem Auftritt verabschiedeten sich die jüngeren Gottesdienstbesucher, die ihr eigenes Programm hatten.

Fröhlich stellte in seiner Predigt den Bezug zwischen Gemeindeleben und gesamtgesellschaftlicher Situation her, die Anfang der 1950er Jahre grundlegend anders war als heute. „Nach dem Krieg suchten die Menschen nach Orientierung.“ Die zahlreichen Gremien und Kreise der Gemeinde halfen dabei, die Gottesdienste waren gut besucht. „Aber die Dinge ändern sich, die Gottesdienste quellen nicht mehr über. Wollen die Menschen heute nicht mehr unter Gottes Schirm kommen?“, mit Bezug auf das Evangelium zeigte sich Fröhlich dann aber sicher: „Gottes Reich kommt, Pfingsten ist immer heute.“

Bei den sich an den Gottesdienst anschließenden Grußworten überbrachten auch die Vertreter anderer Gemeinden ihre Glückwünsche. Der Vertreter der Freien Evangelischen Gemeinde hatte außerdem ein Geldgeschenk dabei, das für die Kreative Kinderkirche verwandt werden solle.

Superintendent Klaus Majoress schlug in seiner kurzen Ansprache einen großen Bogen vom Thronjubiläum in England über den Bahnanschluss in Kierspe bis hin zum Bau der Christuskirche. „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“, zitierte er die Jahreslosung mit Blick auf die Minderheitensituation, in der sich Christen vielerorts mittlerweile befinden.

Nach dem Gottesdienst ging es im Gemeindehaus weiter mit Mittagessen und Kaffeetrinken. Die Fotoausstellung fand viel Beachtung, ebenso das Holzmodell, das Friedhelm Fastenrath 1950 nach den ersten Plänen der Kirche gebaut hatte. Fastenrath erinnert sich noch gut an diese Aktion.

„Mein Vater war damals im Bauausschuss des Presbyteriums und man wollte eigentlich eine Spardose haben.“ „Friedhelm, mach!“, befahl der Vater und Friedhelm machte. In der Werkstatt seines Lehrherrn, des Schreiners Keune, zimmerte der damals 15-jährige Schreinerlehrling das Modell mit dem Dachreiter, das anlässlich des Jubiläums wieder zum Vorschein kam. Jetzt steht es, montiert auf die alte Glocke der Kirche, im Altarraum.

Eberhard Decker hatte eine kleine Festschrift gestaltet, die am Sonntag verkauft wurde, ebenso wie Tassen, Bücher – und natürlich Regenschirme. Viele weitere Veranstaltungen, vom Kirchencafé über eine Gebetsnacht bis hin zur Diamantenen Konfirmation sind im Laufe der Woche geplant. Die ersten Konfirmanden der Christuskirche haben dann ihr Jubiläum. ▪ Birgitta Negel-Täuber

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