Totes Kapital oder Chance für Unternehmer?

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Der größte Leerstand in der Stadt ist nach wie vor die Firma GWK. Doch der Eigentümer ist in Verhandlungen mit Interessenten. - Fotos: Becker

Kierspe - Unternehmen, die sich vergrößern, neu gründen wollen oder einfach einen anderen Standort für ihre Produktion suchen, sind in Kierspe nicht schlecht bedient. Allein auf der Homepage der Stadt finden sich derzeit sechs Gebäude, die Produktionsflächen zwischen 200 und 2400 Quadratmeter anbieten. Dazu kommen noch weitere Firmengebäude, die ebenfalls leerstehen, aber auf Wunsch des Eigentümers nicht auf der Homepage gelistet sind.

Von Johannes Becker

„Wenn wir erfahren, dass sich ein Leerstand abzeichnet, nehmen wir sofort mit dem Eigentümer Kontakt auf und bieten an, das Gebäude samt Expose auf unsere Homepage zu stellen“, erklärt Bürgermeister Emde im Gespräch mit Meinerzhagener Zeitung. Diese Seite sei auch mit dem Immobilienportal der Gesellschaft für Wirtschafts- und Strukturförderung des Märkischen Kreises verlinkt, so dass auch Unternehmen von außerhalb auf die Informationen zugreifen könnten. Emde: „Wir sind auch behilflich bei der Vermittlung eines Ortstermines und geben Anfragen an den Eigentümer weiter. Dann endet aber unser Engagement, denn als Makler wollen und dürfen wir nicht in Erscheinung treten.“

Die größte leerstehende Fläche mit mehr als 7000 Quadratmetern bietet die Firma GWK an der Friedrich-Ebert-Straße an. Dort gebe es derzeit zwei Interessenten, mit denen auch Verhandlungen geführt würden, erklärt Emde.

Eines der nächstgrößeren leerstehenden Gebäude befindet sich an der Straße In der Helle. Dort befand sich bis zum vergangenen Jahr noch die Firma Filthaus, die mittlerweile einen Neubau in Meinerzhagen errichtet hat und dort produziert. 2400 Quadratmeter stehen in der erst 1999 erbauten Halle leer, wobei Filthaus nur die obere Etage genutzt hat, im unteren Bereich hatte sich ein Werkzeugmacher eingerichtet, der allerdings im vergangenen Jahr Insolvenz angemeldet hat.

Auch das alte Helit-Gebäude an der Kölner Straße steht für neue Mieter bereit.

Mit seinem geringen Alter unterscheidet sich das Objekt stark von vielen anderen, die sich auf der Homepage der Stadt finden. Der Eigentümer Raimund Lukassowitz hatte auch gar nicht damit gerechnet, die Halle zum Kauf beziehungsweise zur Vermietung anbieten zu müssen. Ursprünglich hatte er die Kunststoffspritzerei selbst mitbegründet, sich später aber aus dem Unternehmen zurückgezogen. Die neue Halle hatte Lukassowitz aber noch auf eigene Rechnung gebaut und einen langfristigen Mietvertrag mit seinem früheren Partner Wolfgang Filthaus abgeschlossen.

„Ursprünglich war geplant, dass mein früherer Partner nach Ablauf des Vertrages das Gebäude kauft. Nach dem Tod von Wolfgang Filthaus war zwischen den Erben und mir keine Einigkeit über den Kaufpreis zu erzielen.“ Ursprünglich sollte das Gebäude für 1,75 Millionen Euro verkauft oder für vier Euro pro Quadratmeter vermietet werden. So steht es auch noch auf der Homepage der Stadt. Doch diese Zahlen wurden von dem Makler, der das Objekt betreut, nach unten korrigiert. Derzeit werden knapp drei Euro für den Quadratmeter ausgewiesen, als Kaufpreis sind 1,49 Millionen Euro aufgerufen.

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