10 000 Euro Schaden durch Steinewerfer

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26 Scheiben wurden in den vergangenen Wochen am Gesamtschulgebäude beschädigt – davon allein 12 Stück in der Silvesternacht. Der Schaden beträgt rund 10 000 Euro.

Kierspe - Mit Pflastersteinen werden seit einigen Wochen Fenster- und Türscheiben an der Gesamtschule eingeworfen. Was in der Halloweennacht mit fünf Scheiben begann, hat seinen traurigen Höhepunkt in der Silvesternacht gefunden, in der gleich 12 Scheiben zu Bruch gingen. Insgesamt sind mittlerweile 26 Scheiben zerstört worden. Der Schaden wird auf rund 10 000 Euro geschätzt.

Das teure Verbundsicherheitsglas an den Türen eines Nebeneingangs im unteren Bereich der Gesamtschule hat seinen Zweck erfüllt. Trotz mehrfachen Angriffs mit Pflastersteinen auf ein und dieselbe Scheibe, ist diese nicht komplett kaputtgegangen und hat auch keinen der Steine ins Innere gelassen. Dafür fällt der Schaden deutlich höher aus, als in dem Raum daneben und in Räumen des D-Turms. Dort sind die schweren Steine durch die Scheiben geschlagen. In einem Fall ist eines der Wurfgeschosse gar durch ein Oberlicht eingedrungen und hat auf der anderen Seite des Raumes auch noch eine Glastür beschädigt.

Stadtplaner Rainer Schürmann ist fassungslos und regelrecht wütend, wenn er sich die Schäden in dem Schulgebäude anschaut: „Da Versicherungen gegen Vandalismus unglaublich teuer sind, müssen wir die Reparatur aus eigener Tasche bezahlen. Letztlich fehlt das Geld, das der Steuerzahler aufgebracht hat, an anderer Stelle. Arbeiten, die im Schulbereich geplant waren, müssen unter Umständen zurückgestellt werden.“ Bislang schätzt er den Schaden auf rund 10 000 Euro. Denn bereits eine normale doppelt verglaste Fensterscheibe koste rund 300 Euro inklusive Aus- und Einbau. Die Verbundglasscheiben seien ungleich teurer. Darüber hinaus störe die Reparatur den Unterricht – und auch die provisorischen Lösungen würden beeinträchtigen. Denn dort wo sonst ein ungehinderter Blick nach draußen möglich war, wird dieser nun von Sperrholzplatten und Folie unmöglich gemacht. Doch eine Alternative gibt es nicht, da die zerstörten Fenster und die damit entstandenen Löcher so schnell wie möglich geschlossen werden mussten. „Bis der teure Ersatz eingebaut werden kann, wird es wohl noch einige Zeit dauern. Jede Scheibe ist in ihrer Größe eine Sonderanfertigung. Da dauert es von der Bestellung bis zum Einbau“, so Schürmann.

Angefangen hatte die unselige Serie in der Nacht auf Allerheiligen. Gleich fünf Scheiben an unterschiedlichen Stellen waren damals eingeworfen worden. In den folgenden Wochen wurden weitere neun Scheiben an den Wochenenden zerstört. Weitere zwölf folgten in der Nacht zum 1. Januar. Verwendet wurden dazu Pflastersteine, die die Täter im Bereich der abgerissenen Turnhalle aufgefunden hatten. Im oberen Bereich des Schulgebäudes wurden sogar Steine aus dem verlegten Pflaster herausgerissen und in die Scheiben geworfen.

Auch in der Vergangenheit war es immer mal wieder zu Beschädigungen gekommen. Einmal wurde gar auf eine Scheibe geschossen – wohl mit einem Luftgewehr. Doch diese Zerstörungen haben für die Zuständigen bei der Stadtverwaltung eine neue Dimension.

Mittlerweile ermittelt die Polizei. Um diese zu unterstützen, hat sich die Stadtverwaltung entschlossen, eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise auszusetzen, die zur Ergreifung der Täter führen. „Wir überlegen auch, ob es eine Möglichkeit gibt, den Schulbereich außerhalb der Schulzeiten mit Kameras zu überwachen. Doch dabei sind die Hürden sehr hoch“, erklärt Schürmann.

Die Verwaltung hat auf die Zerstörungswut bereits in der Vergangenheit mit baulichen Maßnahmen reagiert. So wurde die immer wieder besprühte Wand der Vierfeld-Halle mit einem großflächigen Graffito besprüht, um andere davon abzuhalten, die Wand immer und immer wieder mit sinnlosen Sprüchen und unerkennbaren Zeichen zu verunstalten. Die immer wieder beschädigten Außenplatten an den Türmen der Schule wurde mittlerweile durch neue ersetzt, die widerstandsfähiger sind und auch so hinterbaut wurden, dass sie einer Attacke länger standhalten.

Doch bei Glasscheiben gibt es letztlich keinen Schutz. Als vor ein paar Jahren Scheiben an der Schanhollenschule kaputtgeschlagen wurden, setzte man kratz- und schlagfeste Kunststoffscheiben von außen vor die Fenster. Doch diese Lösung ist für die Gesamtschule nicht denkbar. Denn dort müssten unzählige Scheiben geschützt werden und das auf allen Ebenen, da auch Fenster im Obergeschoss beworfen wurden, zum anderen lassen sich die Fenster dann nicht mehr sinnvoll öffnen.

Hinweise auf die Täter nimmt die Polizei in Meinerzhagen unter 0 23 54/9 19 90 entgegen.

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